Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit - 100 Jahre danach oder Naumanns Aktualität in der Gegenwart [Druckversion]




100 Jahre danach oder Naumanns Aktualität in der Gegenwart
Dr. Jürgen Fröhlich


Friedrich Naumann war ohne Zweifel ein "Wilhelminer". Denn zeitlich fällt sein politisches Wirken weit gehend zusammen mit der Regentschaft jenes letzten deutschen Monarchen (1888- 1918), der dem Zeitalter den Namen gegeben hat. Aber auch in vielen Aspekten seines politischen Denkens war Friedrich Naumann in der Epoche Wilhelms II. verhaftet. 80 Jahre nach Naumanns Tod ist nicht nur das Kaiserreich, sondern auch der damit verbundene Staat, das "Deutsche Reich", längst verschwunden, und haben sich die gesellschaftlichen, ökonomischen und politischen Verhältnisse grundlegend geändert. Was kann also Naumanns Wirken, das am Ende des 19. Jahrhunderts begann und bereits im ersten Viertel des 20. endete, dem Bürger des beginnenden 21. Jahrhunderts noch sagen, hat es überhaupt noch eine Bedeutung für die Gegenwart?

Aus liberaler Perspektive gibt es sicherlich vieles, was Naumann uns Heutigen vermacht hat und wo er heute noch durchaus relevant ist. Drei Beispiele, an denen sich mehr als ein ganzes Jahrhundert überbrückende Verbindungslinien ziehen lassen, seien hier vorgestellt.

Der Menschenfischer
Der Naumann-Kreis.
Gemeint ist damit jenes Netzwerk um Naumann, dessen Verflechtungen in vollem Umfang erst jüngst bekannt geworden sind. Naumann war der Mittelpunkt eines umfangreichen Gesinnungs- und Freundeskreises, der sich sozial gesehen vom Großbürgertum über das Bildungs- und Kleinbürgertum bis in die Arbeiterschaft erstreckte. Dieses Netzwerk war ursprünglich hervorgegangen aus den Mitschülern Naumanns in St. Afra und den so genannten "jungen Wilden" im Evangelisch-Sozialen Kongress, die wie Naumann nicht im konservativen oder gar antisemitischen Fahrwasser von Adolf Stoecker fahren wollten.

Der Naumann-Kreis
Der "Naumann-Kreis" hat seine engste organisatorische Ausprägung im "Nationalsozialen Verein" erfahren, lebte aber auch nach dessen Ende informell weiter fort. Zum "Naumann- Kreis" gehörten damals und später hochberühmte Zeitgenossen wie Max Weber und Lujo Brentano, aufsteigende Geister wie Theodor Heuss und Elly Knapp, aber auch einige, die später - wie Gustav Stresemann - politisch ganz andere Wege gehen sollten.

Familie Brentano, Friedrich Naumann und Elly Knapp 1903.
Familie Brentano, Friedrich Naumann und Elly Knapp 1903.

Der Kreis hatte Fernwirkungen bis in die Bundesrepublik, noch unter den Gründern der Friedrich-Naumann-Stiftung waren 1958 einige aus seinen Reihen. Insgesamt dürfte der Naumann-Kreis bis zu 1.700 Personen umfasst haben, die in unterschiedlich nahem oder weiter entferntem Verhältnis zum Namensgeber standen. Dennoch war dies in einem Zeitalter, das keine elektronischen Kommunikationsmittel kannte, eine für einen informellen Zusammenschluss gewaltige Größe. Denn Naumanns Charisma, das er zweifelsohne besaß, wirkte fast ausschließlich über die persönliche Ansprache, sei es bei Vorträgen und Reden, sei es im kleineren Kreis. Die über das ganze damalige Deutschland bis hin nach Österreich verteilten Naumann-Freundeskreise, aus denen sich häufig das politische und publizistische Personal des Linksliberalismus zwischen 1903 und 1933 rekrutierte, bieten sehr viel Anschauungsmaterial dafür, wie man den Liberalismus unabhängig von allem politischen Nützlichkeitsdenken gesellschaftlich besser verankern und wie man eine liberale Elite hervorbringen kann.

Naumann-Kreis
In verschiedener Form versucht der organisierte Liberalismus heute an diese große Tradition anzuknüpfen, um liberal gesinnten Bürgern auch jenseits einer formalen Parteimitgliedschaft eine politisch-organisatorische Heimstatt zu geben. Gerade für moderne, individualistisch orientierte Zeitgenossen sind solche informellen und lose organisierten Bindungen viel wichtiger als das klassische Parteibuch. Der "Naumann-Kreis" kann mithin in vielfacher Hinsicht als Vorbild dienen, etwa für das "Liberale Netzwerk" im Umfeld der FDP, für die Altstipendiaten-Organisation der Friedrich-Naumann-Stiftung, für den "Verband liberaler Akademiker" und für die "Gesellschaft der Freunde und Förderer der Friedrich-Naumann-Stiftung e.V." Alle diese Vereinigungen liberaler Bürger liefern Beiträge zur Fortentwicklung des liberalen Gedankengutes und unterstützen so, zum Teil darüber hinaus wie beispielsweise die "Freunde und Förderer" auch noch mit materiellen Hilfen die Arbeit der Friedrich-Naumann-Stiftung und des organisierten Liberalismus.
Stiftungsurkunde
Die Unterschriften der "Stifter" auf der Gründungsurkunde der Friedrich-Naumann-Stiftung vom 19.05.1958
Hier lebt in veränderter Form der Naumann-Kreis heute noch fort.











Der Liberale
Erneuerung des Liberalismus

DDP-Fraktion in der Deutschen Nationalversammlung
DDP-Fraktion in der Deutschen Nationalversammlung
Friedrich Naumann hatte sich seit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert die inhaltliche und organisatorische Erneuerung des deutschen Liberalismus auf seine Fahnen geschrieben; so veröffentlichte er unter dem Titel "Die Erneuerung des Liberalismus" 1906 eine Artikelserie, die bald auch in Broschürenform als "Ein politischer Weckruf" reißenden Absatz fand. Wichtig ist aus heutiger - liberaler - Sicht nicht so sehr, welche konkreten programmatischen und taktischen Ziele Naumann damals den Liberalen vorgegeben hat.

Friedrich Naumann vor dem Rerichstagsgebäude 1919
Friedrich Naumann vor dem Rerichstagsgebäude 1919
Aktuell ist aber nach wie vor, welchen gesellschaftlichen Stellenwert er dem Liberalismus zugewiesen hat: Er wollte ihn aus seiner besitz- und bildungsbürgerlichen Erstarrung herauslösen, sensibel machen für die Nöte, Sorgen und Wünsche der großen Mehrheit des deutschen Volkes. Das mag manch überzeugtem Wirtschaftsliberalen von heute zunächst befremdlich anmuten. Aber man sollte dabei Naumanns politischen Realitätssinn berücksichtigen, der ihn hatte klar erkennen lassen, dass sich liberale Ziele nur dann erreichen lassen, wenn sie genügend gesellschaftliche Unterstützung finden. Seine Überzeugung, dass Prinzipientreue immer gepaart sein muss mit der Einsicht in politische Möglichkeiten und dass auch der überzeugteste liberale Bürger sich nicht scheuen darf, organisatorische Arbeit zu leisten, ist wohl auch 100 Jahre später nicht überholt.

Flugblatt zum Frauenwahlrecht 1913.
Flugblatt zum Frauenwahlrecht 1913.
'Kleine Presse' - Kanditaen bei der Frankfurter Reichstagswahl (rechts oben Friedrich Naumann).
"Kleine Presse" -
Kanditaen bei der Frankfurter
Reichstagswahl (rechts oben
Friedrich Naumann).
Wahlrede 1907.
Wahlrede 1907.


Wahlkampf in Heilbronn 1907
Wahlkampf in Heilbronn 1907
Außerdem kann man am Beispiel von Naumann lernen, dass politische Programme häufig allein nicht ausreichen, um politischen Erfolg zu haben. Fast genauso wichtig ist ein strategisches Konzept dazu, wie man möglichst viel von seinem Programm umsetzen will. In dieser Hinsicht war er allen liberalen Zeitgenossen überlegen, denn mit dem Motto "Von Bassermann bis Bebel", also der Bildung eines großen Reformbündnisses von Freisinnigen, Nationalliberalen und "reformistischen" Sozialdemokraten, hatte er für die politische Konstellation seiner Zeit sowohl eine griffige Formulierung als auch ein zumindest perspektivenreiches Konzept dafür, wie die wilhelminische Politik in seinem Sinne umgestaltet werden konnte.

August Bebel, Werner Sombart und Friedrich Naumann auf dem Weg zum SPD-Parteitag in Breslau 1895.
August Bebel, Werner Sombart und
Friedrich Naumann auf dem Weg zum
SPD-Parteitag in Breslau 1895.
Handschriftliche Notizen vom Reichstag.
Handschriftliche Notizen vom Reichstag.













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Der Liberale
Erneuerung des Liberalismus

Von daher ist es kein Wunder, dass die Liberalen in der Bundesrepublik, immer dann, wenn sie daran gingen, sich im politischen System der Bundesrepublik neu oder besser zu positionieren, direkt oder indirekt an Naumann anknüpften. Ganz deutlich wird dies bei den Diskussionen, die schließlich zum Freiburger Programm der FDP von 1971 führten.

Wiesbadener Grundsätze
Aber auch die innerparteilichen Debatten und Beschlüsse der FDP in der jüngsten Vergangenheit stehen zumindest methodisch durchaus in Naumanns Tradition. Denn mit ihren "Wiesbadener Grundsätzen" von 1997 hat die FDP genau das getan, was Friedrich Naumann als Aufgabe bzw. Rezept jeder Generation vorausschauender Liberaler im Jahre 1906 ans Herz gelegt hat: "Die Idee des Liberalismus muss erst (immer) wieder neu erarbeitet werden."

Die Freiburger Thesen
Ähnliches gilt für das derzeit lebhaft diskutierte "Projekt 18", also die Anvisierung eines Wahlergebnisses für die FDP weit jenseits der 10-ProzentMarke bei der Bundestagswahl 2002. Dieses hat natürlich keine inhaltlichen, so aber doch strategisch-methodische Anklänge an das Vorgehen von Naumann und ist innerhalb und außerhalb des liberalen Lagers genau so umstritten wie weiland Naumanns Projekt einer "Koalition von Bassermann bis Bebel". Auch diese klang zu ihrer Zeit für viele ziemlich utopisch und bedeutete doch mittelfristig einen wichtigen Meilenstein für die deutsche Innenpolitik. Genau wie damals ist es auch heute entscheidend, sich Ziele zu setzen und den politischen Umsetzungsprozess zu starten, damit Perspektiven für die dringend benötigten Reformen in Deutschland eröffnet werden.

1990 Bundesparteitag der FDP in Hannover: Es waren die Liberalen, die sich zur ersten gesamtdeutschen Partei zusammenschlossen.
1990 Bundesparteitag der FDP in Hannover: Es waren die Liberalen, die sich zur ersten gesamtdeutschen Partei zusammenschlossen.





Der Volkserzieher
Politische Bildung

Hochschule
Deutsche Hochschule für Politik, Berlin, Schinkelplatz 6, in der von Karl Friedrich Schinkel erbauten "Alten Bauakademie", zwischen Universität und Schloss, am Werder-
schen Markt. Eine Idee Naumanns wurde Wirklichkeit. Mit der Staatsschule wollte Naumann Menschen an politische Diskussions- und Entscheidungsprozessen beteiligen, das war schon damals eine moderne Form der politischen Bildung.

Für die Friedrich-Naumann-Stiftung stehen schließlich natürlich Naumanns Überlegungen zur und sein Engagement für die politische Bildung im Zentrum ihrer Arbeit und ihrer Traditionspflege. Naumann verstand sich zeitlebens - wie Ralf Dahrendorf es einmal ausgedrückt hat - als "politischer Volkserzieher".

Einbanddeckel der 'Patria.Jahrbuch der Hilfe'. Jg. 1, 1901.
Einbanddeckel der "Patria.Jahrbuch der Hilfe". Jg. 1, 1901.
Einbanddeckel der 'Patria.Jahrbuch der Hilfe'. Jg. 1, 1901.
Einbanddeckel der "Patria.Jahrbuch der Hilfe". Jg. 1, 1901.




















Das ist wohl für einen Pfarrer nichts Außergewöhnliches, wenn auch sicherlich Naumann in seinem Engagement für die kleinen Leute schon unter seinen geistlichen Zeitgenossen eine Ausnahme darstellte. Diese pädagogische Stoßrichtung hat er später als Publizist und Politiker beibehalten; seine Schriften sind fast immer sehr allgemein verständlich gehalten, ohne dass dies sich auf das Niveau der Gedankenführung ausgewirkt und ohne dass Naumann zu stark vereinfachenden Formeln gegriffen hätte: Volkstümlich wollte Naumann sein, nicht populistisch.

Schon vergleichsweise früh machte er sich aber auch Gedanken darüber, wie man mehr Menschen auch zwischen den Wahlen am politischen Diskussions- und Entscheidungsprozess beteiligen könne: "Die Nation, die man so oft wegen ihrer Gründlichkeit gelobt hat, ist jetzt nicht bereit, ihr eigenes Geschick mit Eindringlichkeit zu prüfen." Ein Weg, den Staatsbürger zu einem größeren Engagement zu bringen, lag für ihn in der "Erziehung zur Politik", modern gesprochen, in der politischen Bildung. Wie sehr ihn das beschäftigte, zeigt sich darin, dass Naumann selbst in der schwierigen Zeit des Ersten Weltkrieges daran ging, seine diesbezüglichen Überlegungen nicht nur konzeptionell, sondern auch ganz praktisch voranzutreiben: Mit finanzieller Unterstützung von Robert Bosch konnte im Sommer 1918 in Berlin die "Staatsbürgerschule" ihre Pforten öffnen.

1. Programmangebot der 'Staatsbürgerschule'.
1. Programmangebot der "Staatsbürgerschule".
Deren Programm hat Naumann selbst in vier "Reden an junge Freunde" zuvor festgelegt. Er hat dabei Politik als "Lebenskenntnis in Bezug auf den Staat" definiert, die einerseits sicherlich lehr- und lernbar, andererseits aber auch eine Kunst sei, zu der man "geboren" sein müsse und zu der man "nur durch Erziehung arbeitsfähig gemacht" werde. Naumann war sich also durchaus bewusst, dass man zwischen aktivem Politik-Betreiben, also dem Politiker, und der Teilnahme an der Politik, d. h. dem Staatsbürger, unterscheiden müsse. Die "Staatsbürgerschule" sollte sich vornehmlich an diejenigen wenden, die zukünftig Politik betreiben wollten, war also in gewisser Weise eine Eliteninstitution; in Naumanns Schriften spielte aber der zweite, massenwirksame Aspekt eine große Rolle. Von der Staatsbürgerschule, die nach Naumanns Tod in "Deutsche Hochschule für Politik" umbenannt wurde und die - nach der Phase der politischen Gleichschaltung - nach 1945 in der Freien Universität aufging, wo sie heute noch als Otto-Suhr-Institut besteht, zieht sich zumindest eine geistig-konzeptionelle Kontinuitätslinie zur Arbeit der heutigen Friedrich-Naumann-Stiftung.
2001: Die Theodor-Heuss-Akademie in Gummersbach. Seit 1967 ist die Theodor-Heuss-Akademie das Zentrum politischer Bildung der Friedrich-Naumann-Stiftung.
2001: Die Theodor-Heuss-Akademie in Gummersbach. Seit 1967 ist die Theodor-Heuss-Akademie das Zentrum politischer Bildung der Friedrich-Naumann-Stiftung.
In deren politischer Bildung wird ja auch breite politische Bildung mit der Förderung des liberalen politischen Nachwuchses verbunden: Als Elitenbildung kann man durchaus das seit 1973 bestehende Stipendienwerk für den liberalorientierten akademischen Nachwuchs verstehen; heute werden ca. 500 deutsche und ausländische Studenten und Studentinnen sowie Doktoranden und Doktorandinnen gefördert.

Von Anfang an zu den zentralen Aufgaben der Stiftung hat die "politische Bildung für jedermann" gezählt; in über 40 Jahren ist das Angebot immer mehr verbreitert und sind die Methoden immer mehr verfeinert worden bis hin zu einem virtuellen Angebot via Internet, das zur Zeit aufgebaut wird. Und seit 1967 hat die Berliner "Staatsbürgerschule" bzw. "Deutsche Hochschule für Politik" der Zwischenkriegszeit in der Gummersbacher "Theodor-Heuss-Akademie" nicht nur äußerlich, sondern auch in Geist und Klima eine entsprechende Fortsetzung erfahren.




Der Volkserzieher
Politische Bildung

In der Tradition der 'Hilfe' gibt die Friedrich-Naumann-Stiftung seit 1959 'liberal', Vierteljahreshefte für Politik und Kultur, heraus.
In der Tradition der "Hilfe" gibt die Friedrich-Naumann-Stiftung seit 1959 "liberal", Vierteljahreshefte für Politik und Kultur, heraus.
Aber auch in publizistischer Form wird von Seiten der Friedrich-Naumann-Stiftung an die Naumann'sche Tradition politischer Bildung angeknüpft: Die nunmehr im 43. Jahrgang erscheinende Zeitschrift "liberal", Vierteljahreshefte für Politik und Kultur, besitzt in vielerlei Hinsicht Anklänge an die von Naumann ins Leben gerufene und später von Theodor Heuss und Gertrud Bäumer herausgegebene "Hilfe" und versteht sich in gewisser Weise als deren Fortsetzung.

Die Macher der Hilfe
Insofern wird man feststellen können, dass es in der Friedrich-Naumann-Stiftung und darüber hinaus unter den bundesdeutschen Liberalen nicht nur eine gewisse romantische Reminiszenz an die Gedankenwelt ihres Stiftungspatrons gibt, sondern die Überlegungen und Einsichten Friedrich Naumanns nicht nur in Grundsatzpapieren, sondern auch in der täglichen Arbeit durchaus präsent sind.
Zusammenfassend kann man sagen: Friedrich Naumann war natürlich eine sehr zeitgebundene Erscheinung, er war in vielerlei Hinsicht ein typischer Repräsentant des Wilhelminismus. Aber sein Denken und Wirken weist auch auf zahlreichen Feldern - die hier nicht alle dargestellt werden konnten - weit über seinen eigenen, längst vergangenen Zeithorizont hinaus. Faszinierend an ihm war und ist nicht zuletzt, dass Naumann immer offen war für Neues, dass er bereit war dazuzulernen, bisherige Prinzipien zu überprüfen und ggf. zu verändern.

Insofern verkörperte er selbst das Ideal des weltoffenen Bürgers, ohne dabei aber sein Fähnchen allzu sehr nach dem Wind zu drehen. Gerade die Mischung aus tief sitzenden Überzeugungen und politisch-pragmatischer Flexibilität ist es, die Naumanns Stärke ausmachte. Alles in allem erscheint die Beschäftigung mit ihm, seiner Politik, seiner Publizistik, seinem gesamten Œuvre immer
noch mehr als lohnend.




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