Wolfgang Gerhardt zu Besuch in Washington
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Gerhardt widmete sich in seinem Vortrag zunächst den Grundlagen der transatlantischen Partnerschaft. Diese sei geprägt von historisch gewachsenen gemeinsamen Werten, Kultur und sogar einzelnen Verfassungsdokumenten. Auch teilten die USA und Europa in einem Maße Interessen miteinander, wie dies wohl mit keinem anderen Partner der Fall sei.
Auch die Herausforderungen, denen sich beide Seiten des Atlantiks ausgesetzt sehen, seien sehr ähnlich. Zuvorderst seien hier transnationale Bedrohungen, innergesellschaftliche Veränderungen, und vor allem auch die Prüfung des laizistischen Staatsmodells durch verstärkte religiöse Einflüsse aus anderen Gesellschaften zu nennen.
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Auch müsse der Nahe Osten wieder verstärkt in den Fokus transatlantischer Zusammenarbeit rücken. Die strategischen Interessen der USA und Europas seien in dieser Region besonders ähnlich, wodurch konzertierte Aktionen hier für beide Seiten besonders sinnvoll seien. Im Vordergrund stünden jedoch nicht die militärische Zusammenarbeit, sondern politische und diplomatische Maßnahmen. Stabilisierende Handlungen wie die Unterstützung gemäßigter Kräfte und konstruktive Vermittlung zwischen den Parteien seien die Mittel der Wahl. Auch Afrika dürfe in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden. Gerade hier sei die Verantwortung der westlichen Welt besonders groß, eine Entwicklung hin zu mehr individueller Freiheit, Verantwortung und Rechten zu unterstützen.
In der abschließenden Diskussion ging Gerhardt auf die Auswirkungen der Präsidentschaftswahlen in den USA auf die transatlantischen Beziehungen ein. Dabei machte er deutliche, dass sich mit einem neuen US-Präsidenten wohl nicht so sehr der Inhalt als vielmehr der Ton US-amerikanischer Außenpolitik verändern werde. Illusionen auf europäischer Seite, dass mit einem neuen starken Mann in Washington die Europäer international weniger Verantwortung übernehmen müssten, erteilte Dr. Gerhardt jedoch eine klare Absage. Eher das Gegenteil sei der Fall.
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