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Regionalbüro Südost- und Ostasien
Regionalbüroleiter: Hubertus von Welck, Bangkok


Homepage des Regionalbüros:

www.fnfasia.org
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Liberale Inhalte, methodische Vielfalt - Programme für Ost- und Südostasien
Netzwerkbildung liberaler Parteien auf kontinentaler Ebene, die Stärkung der Menschenrechte sowie das Werben für die Marktwirtschaft - dies sind die programmatischen Säulen der Stiftungsarbeit in Ost- und Südostasien, die über Konferenzen, Seminare und Workshops sowie über grenzübergreifende Dialogmaßnahmen, Publikationen und Beratungseinsätze abgesichert werden.

Asiens liberale Parteien und das Internet

Die digitale Revolution hat längst auch die politische Kommunikation erreicht. Mit der wach-senden Bedeutung des Internet für politische Parteien befasste sich der 3. Communications Workshop des "Council of Asian Liberals and Democrats" (CAlD) im September 2005 in Kuala Lumpur.

Nicht nur in geografischer Hinsicht war der Bogen weit gespannt: Von Korea und Taiwan im Osten Asiens bis nach Pakistan und Nepal im Westen beteiligten sich Kommunikationsexperten und politische Öffentlichkeitsarbeiterinnen aus 11 Ländern an der Konferenz. Dabei wurde auch sichtbar, wie unterschiedlich die Anwendung und Verbreitung des Internet in Asien fortgeschrit-ten sind. Während die Südkoreaner hinsichtlich der Penetration des Breitband-Internet weltweit in Führung gegangen sind und mit Taiwan und den demokratischen Kräften Hongkongs als Trendsetter der digitalen politischen Kommunikation gelten, bilden Nepal, Sri Lanka, Kambodscha, Indonesien und die Philippinen eher die technologische Nachhut.

Doch über einen eigenen Auftritt im Internet verfügen unterdessen alle CAlD-Mitgliedsparteien, wobei die Stiftung in vielen Fällen mit technischem und redaktionellem Fachwissen Geburtshilfe leisten konnte.

Der nächste CALD-Kommunikations-Workshop ist für 2006 in Taiwan geplant. Dann soll es darum gehen, wie digitale Technologien für die politische Netzwerkbildung eingesetzt werden können.

Ein neuer Ansatz: "Forum Freiheit" ¬ Indonesien

Mit dem "Forum Freiheit", einer interaktiven Radiosendung, die im Morgenprogramm des indonesischen Radiosenders 68H und seinen 49 Partnerstationen ausgestrahlt wird, konnten die Stiftung und ihre Partner eine landesweit erfolgreiche Diskussionsplattform etablieren.

Viele junge Demokratien Asiens leiden darunter, dass die Bürger nicht ausreichend vor Rechtsverletzungen geschützt sind. Sowohl Dysfunktionalitäten zwischen den rechtsstaatlichen Institutionen und den Organen der Judikative, als auch die Menge nicht genuiner Regierungsaufgaben blockieren die Staaten in ihrer Arbeit zum Schutz der Freiheit, des Lebens und des Eigentums ihrer Bürger. Auch in Indonesien, in dessen Verfassung individuelle Freiheitsrechte fest verankert sind, finden nach wie vor zahllose Rechtsverletzungen statt.

Diese Themen greifen die Stiftung und die Verantwortlichen des als Think Tank konzipierten "Freedom Institute" auf. Das inhaltliche Spektrum ist weit gefächert: Vom Schutz der Meinungs- und Informationsfreiheit über das Verhältnis von Religion und Staat, den Schutz der Menschen- und Bürgerrechte bis hin zu Themen wie Privatisierung, Marktwirtschaft und Freihandel oder die Diskussion von Auswirkungen der Globalisierung werden keine Fragen ausgespart und im "Forum Freiheit" zur Sprache gebracht.

Die Sendungen, zu denen Experten aus dem "Freedom Institute" ebenso eingeladen werden wie Gäste aus dem liberalen Islam-Netzwerk oder aus universitären Fachbereichen, werden im Studio des Radiosenders 68H aufgezeichnet und zu aktuellen Themen ins tägliche Programm integriert. Die präzise Zahl der Zuhörer ist schwer zu ermitteln. Doch aus der Menge eingesandter Zuschriften, Telefonanrufe, E¬Mails und SMS lässt sich ein enormes öffentliches Interesse ableiten. Auch von der Möglichkeit, die transkribierten Sendemitschnitte einzusehen und herunterzuladen, machen viele Hörer Gebrauch.

In ihrem Ansatz, die jungen südostasiatischen Demokratien in der Verteidigung von Freiheits- und Bürgerrechten zu unterstützen, wird die Friedrich-Naumann-Stiftung ihre Zusammenarbeit mit dem "Freedom Institute" zukünftig weiter intensivieren.

Experiment Marktwirtschaft: Die Arbeit der Stiftung in Nordkorea

Im zweiten Jahr ihres Engagements in Nordkorea setzte die Stiftung ihre Maßnahmen zur Vermittlung von marktwirtschaftlichen Kenntnissen noch intensiver fort. Damit reagierte sie auf die zunehmend spürbare Öffnung der Demokratischen Volksrepublik Korea (DVRK) und das wachsende Fortbildungsinteresse nordkoreanischer Institutionen.

Im September 2005 besuchte eine zehnköpfige Delegation von Wirtschafts- und Finanzexperten der nordkoreanischen Regierung auf Einladung der Friedrich-Naumann-Stiftung erstmalig Deutschland. Nach dem zunächst in Pjöngjang durchgeführten Trainingsseminar im Mai 2005 vertieften die Delegationsmitglieder ihre gewonnenen marktwirtschaftlichen Kenntnisse und erhielten praxisorientierte Einblicke in die Arbeit deutscher Finanzinstitutionen und Steuerverwaltungen.

Einer der Höhepunkte der Stiftungsaktivitäten für Nordkorea war der in Kooperation mit der Europäischen Kommission veranstaltete ,"2. EU-DVRK-Workshop", Zum Arbeitstreffen, in dessen Mittelpunkt Reformen der Wirtschaft und Wirtschaftspolitik standen, begrüßte der nordkoreanische Vize-Außenminister fast 100 Vertreter nordkoreanischer Ministerien und Institutionen sowie 25 Europäer aus zehn EU¬Mitgliedsstaaten. Fragen zur Rolle des Staates im Wirtschaftsmanagement, zu Strategien für Auslandsinvestitionen oder zur Modernisierung von Staatsbetrieben und Landwirtschaft machten die praxisorientierte Ausrichtung der Veranstaltung deutlich. In Ergänzung der Arbeitsgespräche wurde der Besuch eines erfolgreich modernisierten Staatsbetriebs für Computerkabel in der Sonderwirtschaftszone Kaesong organisiert. Mittlerweile haben hier sechs südkoreanische Fabriken ihre Produktion aufgenommen.

Die Friedrich-Naumann-Stiftung plant auch in den folgenden Jahren eine Intensivierung ihrer Kontakte zu den bei den koreanischen Staaten. Die begonnenen Kooperationen zwischen der EU und der DVRK wird die Stiftung auch weiterhin mit begleitenden Fortbildungsmaßnahmen un-terstützen.
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