Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit - Für Freiheit und Verantwortung in Südasien [Druckversion]
Für Freiheit und Verantwortung in Südasien
In der Region Südasien setzt sich die Friedrich-Naumann-Stiftung seit vielen Jahren gemeinsam mit ihren Partnerorganisationen für die Förderung von Freiheit und Verantwortung innerhalb der Zivilgesellschaft ein. Schwerpunktthemen sind, neben der nachhaltigen Stärkung der Menschenreche und einer aktiven Bürgerbeteiligung, die Wirtschaftsförderung sowie Konfliktprävention und -bewältigung.
Wirtschaftliche Integration und Konfliktbewältigung in Südasien
Mehr wirtschaftliche Freiheit, die Förderung von kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie die wirtschaftliche Integration innerhalb der Region sind Aufgaben, die für die örtlichen Stiftungsbüros und ihre Partner in den nationalen Handelskammerverbänden sowie deren Dachverband SAARC Chamber of Commerce and Industry (SCCI) von besonderer Bedeutung sind.
Im Rahmen des "SAARC Business Leaders Conclave" in Neu-Delhi analysierten führende südasiatische Unternehmer und Politiker sowie international renommierte Ökonomen während zwei intensiver Konferenztage die Chancen und Herausforderungen, denen sich die südasiatischen Märkte im Zuge der Globalisierung zu stellen haben.
Der indische Ministerpräsident Manmohan Singh, der die Konferenz eröffnete, unterstrich den Nutzen und die Notwendigkeit einer liberalen Wirtschaftspolitik, sprach sich für den Abbau von Handelsbeschränkungen innerhalb der Region und eine weitere Öffnung der südasiatischen Staaten gegenüber internationalen Märkten aus. Am Beispiel des Freihandelsabkommens zwischen Indien und Sri Lanka verdeutlichte er die Vorteile intensiver Handelsbeziehungen, auch bei deutlichen Größenunterschieden der beteiligten Volkswirtschaften.
Darüber hinaus unterstrich Singh die Wechselwirkung zwischen wirtschaftlichen Kooperationen und politischer Stabilität - je intensiver die Wirtschaftsbeziehungen innerhalb der Region, desto geringer sei das Konfliktpotenzial zwischen den Partnern.
Damit nahm der Ministerpräsident eine der wesentlichen Argumentationslinien der Friedrich-Naumann-Stiftung auf, deren zweites Schwerpunktthema in der Region die Arbeit zur Konfliktprävention und -bewältigung darstellt.
Mit Blick auf den Kaschmirkonflikt, der nicht nur das Verhältnis zwischen Indien und Pakistan, sondern die gesamte Region beeinflusst, eröffnete die Stiftung mit ihren Partnern im "Centre for Dialogue and Reconciliation" diverse neue Dialog- und Kommunikationskanäle für die Zivilge-sellschaften.
Kommunalpolitik als Basis demokratischer Bürgerpartizipation
Für die Mitarbeiter des pakistanischen Stiftungsbüros steht die Förderung der Bürgerpartizipation seit vielen Jahren im Mittelpunkt ihrer Maßnahmenplanung. Vor allem das Liberale Forum Pakistan (lFP) hat in diesem Zusammenhang wertvolle Arbeit geleistet. Heute sind 25 Verbände im ganzen Land etabliert. Bürger und regionale Politiker werden regelmäßig zum Erfahrungs- und Meinungsaustausch eingeladen und diskutieren seit den Kommunalwahlen 2001 in diversen Foren über konkrete Politikansätze und deren Umsetzung in den Kommunen.
Ergänzt wurde die Arbeit durch zahlreiche Publikationen zum Wahlrecht, zur Kandidatenaufstellung, zum Wahlmonitoring und zur Verbesserung der Wahlbeteiligung sowie durch zahlreiche Kandidatenseminare. Ein positives Ergebnis all dieser Aktivitäten war die Aufstellung von über 100 Kandidaten für die Wahlen auf Orts-, Kreis- und Bezirksebene, bei denen Anfang des Jahres 39 lFP-Mitglieder überzeugen konnten.
Damit boten die Liberalen eine viel versprechende Alternative zu der sonst üblichen Praxis, dass politische Kandidaten nur von den Regierungs- und etablierten Oppositionsparteien gestellt werden.
Insgesamt wird der Anspruch, politische Macht an die Provinzen und Distrikte abzugeben, in Pakistan noch äußerst halbherzig umgesetzt. Obgleich die aktuellen Wahlen strukturell und or-ganisatorisch frei waren, fanden sie noch immer in einem Klima von Wahlmanipulation, Vet-ternwirtschaft und Geldverschiebung statt. Umso wichtiger bleibt die Arbeit zur Bürgerpartizipation, die sowohl die Friedrich-Naumann-Stiftung als auch das Liberale Forum leisten.
Solidarität mit den Opfern des Tsunami in Sri Lanka und Indien
Nach der Flutkatastrophe in Asien Ende 2004 haben die Stiftung und ihre Partnerorganisationen in Sri Lanka und Indien ein großes Maß an Verantwortung übernommen und konnten über zahlreiche Maßnahmen zur aktiven Bürgerbeteiligung nachhaltig zur Linderung der Not beitragen. Besonders in Sri Lanka, das seit Jahrzehnten von Bürgerkrieg und ethnischen Konflikten ge-zeichnet ist, spielte die Zivilgesellschaft bei den Hilfs- und Wiederaufbaumaßnahmen eine wichtige Rolle.
Die Partnerorganisationen "People's Watch Tamil Nadu" und "TANSTIA-FNF Service Centre" in Südindien sowie die "Small and Medium Enterprise Developers" und das "Institute for Democracy and Leadership" in Sri Lanka beteiligten sich unmittelbar nach der Flut an vielfältigen Nothil-feaktionen. Neben der Organisation und Verteilung von Nahrungsmitteln, Kleidung und Decken wurden insbesondere bei der psychologischen Betreuung traumatisierter Opfer schnell dringend erforderliche Maßnahmen ergriffen.
In der Wiederaufbauphase nahm sich die Friedrich-Naumann-Stiftung vor allem der jüngsten und schwächsten Opfer an. Für die Kinder in Sri Lanka, denen durch den Verlust ihrer Angehöri-gen und ihrer sozialen Strukturen sämtliche Zukunftsperspektiven genommen wurden, musste schnell ein Mindestmaß an Normalität hergestellt werden.
Durch die von der Stiftung bereitgestellten Finanzhilfen - zu je 50 % aus eigenen und gespendeten Mitteln zusammengetragen ¬ konnten die regionalen Partner vom "Institute for Democracy and Leadership" und vom "Business Development Services" den Wiederaufbau von zwei Schulen unterstützen und die Schüler mit Nahrung, Büchern, Spiel¬ und Sportgeräten sowie mit den gewohnten Schuluniformen versorgen. In einer der neuen Schulen konnte sogar ein modernes Computerlabor realisiert werden.
http://www.fnst.org © Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit