Regionalbüro Afrika
Regionalbüroleiterin: Eva-Maria Köhler-Renfordt, Johannesburg
Regionalbüroleiterin: Eva-Maria Köhler-Renfordt, Johannesburg
Afrika auf dem Weg zu mehr Demokratie und Marktwirtschaft
Gemeinsam mit internationalen Menschenrechtsorganisationen, liberalen Parteien und nationalen Wirtschaftsverbänden setzt sich die Stiftung in Senegal, Ghana, Tansania, Kenia, Simbabwe und Südafrika für die Stärkung laufender Reformprozesse, die Achtung von Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit und den Aufbau marktwirtschaftlicher Strukturen ein.
"Afrika wandelt sich. Eine neue Dynamik ist entstanden. Afrikaner haben eigene, wichtige Anstöße zur Bewältigung der Probleme auf dem Kontinent eingebracht. Die Industriestaaten sollten diese Chance erkennen und aufgreifen." Mit diesen Worten unterstreicht Bundespräsident Horst Köhler die Ziele seiner Initiative "Partnerschaft mit Afrika", die mit der ersten Afrika-Konferenz am 5. und 6. November 2005 auf dem Bonner Petersberg gestartet wurde.
Mit der als "Denkfabrik" konzipierten Veranstaltungsreihe greift Horst Köhler einen Ansatz auf, den auch die Stiftung und ihre Partner in ihrem Afrika-Engagement verfolgen: die Unterstützung von Reformvorhaben und Lösungen, die in den jeweiligen Ländern aus eigenen Kräften entwickelt und vorangetrieben werden, statt "schlüsselfertiger" Staatskonzepte a la Bosnien.
Die Gründung der Afrikanischen Union sowie der Aufbau der "New Partnership for Africa's Development" (NEPAD) sind ermutigende Zeichen für ein neues Denken auf dem afrikanischen Kontinent. Das beweist auch der aktuelle Bertelsmann- Transformations-Index (BTI), in dem die Erfol-ge eines an Wachstum, Entwicklung und Rechtsstaatlichkeit orientierten Staatsmanagements, insbesondere für Mauritius und Botswana sowie die Projektländer der Stiftung - Südafrika, Senegal und Ghana -, ausgewiesen werden. Die Analyse unterstreicht darüber hinaus die immense Bedeutung eines innerafrikanischen Austauschs, wie ihn die Stiftung in ihrer engen Zusammenarbeit mit den "African Liberal Networks" (ALN) und den "Southern African Legal Assistance Networks" (SALAN) seit vielen Jahren unterstützt. Nur im Schulterschluss von liberalen Parteien und länderübergreifend aktiven Menschenrechtsorganisationen kann den demokratischen Bestrebungen der Länder nachhaltig zum Durchbruch verholfen werden.
Partizipation als Prinzip
Wie demokratische Kenntnisse, Erfahrungen und Methodenansätze zielgruppenspezifisch und teilnehmerorientiert zu vermitteln sind ¬ mit diesen Fragen setzten sich die Mitarbeiter und Partner der Stiftung in Südafrika und Tansania auseinander.
In beiden Ländern standen Wahlen bevor: In Südafrika waren es die zunächst für Ende 2005 geplanten, dann auf das erste Quartal 2006 verschobenen Kommunalwahlen, bei denen etwa 3.000 Bewerber auf ihre potenziellen politischen Mandate vorbereitet werden mussten. In Tan-sania galt es, rund 350 Anwärter für öffentliche Ämter und das Wahlmanagement zu schulen.
Bereits im Februar 2005 lud die Stiftung erfahrene afrikanische Moderatoren ein, um die Curricula für zielgruppenspezifische Trainingsprogramme mit mehr als sechzig Teilnehmern zu entwickeln. Im Ergebnis einigte man sich auf ein zweistufiges Vorgehensmodell, in dem zunächst das Team der künftigen Trainer für die konkrete Umsetzung der erarbeiteten Curricula ausgebildet wurden. Hierfür organisierte die Stiftung insgesamt sieben Train-the-Trainer-Workshops.
Im zweiten Schritt erfolgte die direkte Wissensvermittlung, wobei die methodisch gut gerüsteten Trainer im direkten Austausch mit den Teilnehmern auch erste Eignungsanalysen für die zukünftigen politischen Aufgabenbereiche durchführen konnten.
Die Vorteile dieses Vorgehens wurden schnell sichtbar. In beiden Ländern bewirkten die intensiven Trainings eine deutlich verbesserte Vorbereitung zukünftiger Funktions- und Mandatsträger. Gleichzeitig bewährte sich der Ansatz auch als kostengünstiges Modell, um großen, dezentral organisierten Gruppen ein gleichbleibend hohes inhaltliches Niveau anbieten zu können. Diese positiven Erfahrungen sollen im kommenden Jahr auch in anderen Projektländern der Stiftung ausgewertet und weiterentwickelt werden.
Liberale Bildungspolitik in Ghana
Ein weiterer Schwerpunktbereich der Afrika-Arbeit der Friedrich-Naumann-Stiftung ist die Förderung liberaler Bildungspolitik. Im Rahmen der zweiten "Annual Liberal Lecture" in Ghana wur-de in allen Fachreferaten die zentrale Bedeutung liberaler Bildungspolitik unterstrichen, sowohl bei der Umsetzung der Millennium Development Goals (MDG) als auch zur Erreichung der für Ghana formulierten Ziele der Poverty Reduction Strategy.
Der Fachvortrag "Reflections on Liberalism and Education in Ghana" von Emmanuel Gyimah-Boadi, Politikprofessor an Accras Legon-Universität und Teilnehmer der Initiative "Partnerschaft mit Afrika" des deutschen Bundespräsidenten, machte einmal mehr deutlich, dass der Ausbau des afrikanischen Bildungssystems die grundlegende Voraussetzung für individuelle Selbst- und gesellschaftliche Mitbestimmung bildet. In seinem ebenso visionären wie analytischen Beitrag unterstrich Gyimah-Boadi die Bedeutung offener Angebote freier Bildungsträger, die neben dem bildungspolitischen Staatsmonopol liberalen Prinzipien wie Dezentralisierung und Subsidiarität zu mehr Geltung verhelfen müssten. Für die Zukunft seines Landes sei es darüber hinaus absolut notwendig, auch dem Bildungsmanagement eindeutigere Zielvorgaben geben zu können.
An der Diskussion beteiligten sich neben zahlreichen Vertretern der bildungspolitischen Elite des Landes auch der ghanaische Bildungsminister, der Vorsitzende des Parlamentsausschusses für Bildung sowie Mitglieder der nationalen Bildungskommission.
"Afrika wandelt sich. Eine neue Dynamik ist entstanden. Afrikaner haben eigene, wichtige Anstöße zur Bewältigung der Probleme auf dem Kontinent eingebracht. Die Industriestaaten sollten diese Chance erkennen und aufgreifen." Mit diesen Worten unterstreicht Bundespräsident Horst Köhler die Ziele seiner Initiative "Partnerschaft mit Afrika", die mit der ersten Afrika-Konferenz am 5. und 6. November 2005 auf dem Bonner Petersberg gestartet wurde.
Mit der als "Denkfabrik" konzipierten Veranstaltungsreihe greift Horst Köhler einen Ansatz auf, den auch die Stiftung und ihre Partner in ihrem Afrika-Engagement verfolgen: die Unterstützung von Reformvorhaben und Lösungen, die in den jeweiligen Ländern aus eigenen Kräften entwickelt und vorangetrieben werden, statt "schlüsselfertiger" Staatskonzepte a la Bosnien.
Die Gründung der Afrikanischen Union sowie der Aufbau der "New Partnership for Africa's Development" (NEPAD) sind ermutigende Zeichen für ein neues Denken auf dem afrikanischen Kontinent. Das beweist auch der aktuelle Bertelsmann- Transformations-Index (BTI), in dem die Erfol-ge eines an Wachstum, Entwicklung und Rechtsstaatlichkeit orientierten Staatsmanagements, insbesondere für Mauritius und Botswana sowie die Projektländer der Stiftung - Südafrika, Senegal und Ghana -, ausgewiesen werden. Die Analyse unterstreicht darüber hinaus die immense Bedeutung eines innerafrikanischen Austauschs, wie ihn die Stiftung in ihrer engen Zusammenarbeit mit den "African Liberal Networks" (ALN) und den "Southern African Legal Assistance Networks" (SALAN) seit vielen Jahren unterstützt. Nur im Schulterschluss von liberalen Parteien und länderübergreifend aktiven Menschenrechtsorganisationen kann den demokratischen Bestrebungen der Länder nachhaltig zum Durchbruch verholfen werden.
Partizipation als Prinzip
Wie demokratische Kenntnisse, Erfahrungen und Methodenansätze zielgruppenspezifisch und teilnehmerorientiert zu vermitteln sind ¬ mit diesen Fragen setzten sich die Mitarbeiter und Partner der Stiftung in Südafrika und Tansania auseinander.
In beiden Ländern standen Wahlen bevor: In Südafrika waren es die zunächst für Ende 2005 geplanten, dann auf das erste Quartal 2006 verschobenen Kommunalwahlen, bei denen etwa 3.000 Bewerber auf ihre potenziellen politischen Mandate vorbereitet werden mussten. In Tan-sania galt es, rund 350 Anwärter für öffentliche Ämter und das Wahlmanagement zu schulen.
Bereits im Februar 2005 lud die Stiftung erfahrene afrikanische Moderatoren ein, um die Curricula für zielgruppenspezifische Trainingsprogramme mit mehr als sechzig Teilnehmern zu entwickeln. Im Ergebnis einigte man sich auf ein zweistufiges Vorgehensmodell, in dem zunächst das Team der künftigen Trainer für die konkrete Umsetzung der erarbeiteten Curricula ausgebildet wurden. Hierfür organisierte die Stiftung insgesamt sieben Train-the-Trainer-Workshops.
Im zweiten Schritt erfolgte die direkte Wissensvermittlung, wobei die methodisch gut gerüsteten Trainer im direkten Austausch mit den Teilnehmern auch erste Eignungsanalysen für die zukünftigen politischen Aufgabenbereiche durchführen konnten.
Die Vorteile dieses Vorgehens wurden schnell sichtbar. In beiden Ländern bewirkten die intensiven Trainings eine deutlich verbesserte Vorbereitung zukünftiger Funktions- und Mandatsträger. Gleichzeitig bewährte sich der Ansatz auch als kostengünstiges Modell, um großen, dezentral organisierten Gruppen ein gleichbleibend hohes inhaltliches Niveau anbieten zu können. Diese positiven Erfahrungen sollen im kommenden Jahr auch in anderen Projektländern der Stiftung ausgewertet und weiterentwickelt werden.
Liberale Bildungspolitik in Ghana
Ein weiterer Schwerpunktbereich der Afrika-Arbeit der Friedrich-Naumann-Stiftung ist die Förderung liberaler Bildungspolitik. Im Rahmen der zweiten "Annual Liberal Lecture" in Ghana wur-de in allen Fachreferaten die zentrale Bedeutung liberaler Bildungspolitik unterstrichen, sowohl bei der Umsetzung der Millennium Development Goals (MDG) als auch zur Erreichung der für Ghana formulierten Ziele der Poverty Reduction Strategy.
Der Fachvortrag "Reflections on Liberalism and Education in Ghana" von Emmanuel Gyimah-Boadi, Politikprofessor an Accras Legon-Universität und Teilnehmer der Initiative "Partnerschaft mit Afrika" des deutschen Bundespräsidenten, machte einmal mehr deutlich, dass der Ausbau des afrikanischen Bildungssystems die grundlegende Voraussetzung für individuelle Selbst- und gesellschaftliche Mitbestimmung bildet. In seinem ebenso visionären wie analytischen Beitrag unterstrich Gyimah-Boadi die Bedeutung offener Angebote freier Bildungsträger, die neben dem bildungspolitischen Staatsmonopol liberalen Prinzipien wie Dezentralisierung und Subsidiarität zu mehr Geltung verhelfen müssten. Für die Zukunft seines Landes sei es darüber hinaus absolut notwendig, auch dem Bildungsmanagement eindeutigere Zielvorgaben geben zu können.
An der Diskussion beteiligten sich neben zahlreichen Vertretern der bildungspolitischen Elite des Landes auch der ghanaische Bildungsminister, der Vorsitzende des Parlamentsausschusses für Bildung sowie Mitglieder der nationalen Bildungskommission.






