Strafrecht international: „Ein Mörder ist ein Mörder.“
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| Kirsch, Sauter |
Dass Erfahrung und Professionalität der Richter mitunter unzureichend sind, bestätigte auch Wolfgang Schomburg, deutscher Richter am internationalen Gerichtshof in Den Haag. Er wies darüber hinaus noch auf weitere Defizite hin, die die Prozessdurchführung erheblich beeinträchtigen können: So seien beispielsweise die Rolle der Registrare und der Übersetzer bei Gericht von höchster Wichtigkeit. Übersetzungsfehler können, wie die Erfahrung zeigt, fatale Folgen haben. „Kann man“, so fragte er angesichts von mehreren zehntausend Seiten Prozessakten, „von einem Verteidiger erwarten, dass er die akkurate Übersetzung sämtlicher Prozessakten prüft?“ Doch nicht nur über die Auswahl- und Besetzungsverfahren für die Richter-, Registrar- und Übersetzerposten müsse grundlegend nachgedacht werden. Auch andere grundsätzliche Überlegungen müssten vorangetrieben werden: So sei es beispielsweise nur schwer erträglich, dass nicht auf der Basis international verbindlicher rechtlicher Rahmenbedingungen, sondern durch politische Konsultationen entschieden werde, wo und in welchen Fällen internationale Strafverfolgung überhaupt vorgenommen werde.
Keine Gerechtigkeit ohne Wahrheit
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| Karnavas, Eser, Stoffels |
Richter Schomburg stellte in seinen Ausführungen auch die Frage nach der Wahrheit, die jeden moralisch denkenden Menschen umtreibt und die gerade in internationalen Strafgerichtsverfahren eine besondere Zuspitzung erfährt. „Es gibt“, stellte Schomburg fest. „keinen Frieden ohne Gerechtigkeit und keine Gerechtigkeit ohne Wahrheit“. Gibt es aber die Wahrheit? Die Teilnehmer der Konferenz waren sich darin einig, dass Historiker auf lange Sicht wohl zu anderen Ergebnissen kommen dürften als die heutigen Richter an den internationalen Strafgerichtshöfen.
Ist dies aber ein Grund, von solchen Verfahren abzusehen? Die Opfer von Verbrechen gegen die Menschlichkeit empfinden schon für die Tatsache, dass solche Verfahren überhaupt eröffnet werden, Dankbarkeit, betonte Schomburg. Denn das erlittene Leid könne zwar meist nicht gesühnt werden, doch gerate es auf diese Weise zumindest nicht in Vergessenheit. Niemand dürfe mehr unantastbar bleiben: „Ein Mörder ist ein Mörder, auch wenn er seine Taten als Staatsoberhaupt begangen hat.“
Christian Taaks, Liberales Institut
Grußwort von Rolf Berndt (PDF)
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