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Ringvorlesung: Politische Kommunikation in der Opposition

Künast beschrieb darin zunächst anhand von konkreten Beispielen die Besonderheiten der medialisierten Berliner Republik, die über ganz eigene Aufmerksamkeitsregeln verfüge. Mit rein inhaltlichen Meldungen zu komplexen Themen käme man nicht weit. Insbesondere nicht als Opposition, da die Regierung einen strukturellen Aufmerksamkeitsvorteil innehabe.
Zuspitzung sei daher ein notwendiges Tool, eine Art „Türöffner“, um inhaltliche Botschaften der Opposition doch noch zu platzieren, so Künast. Dabei seien jedoch drei Regeln zu beachten:
Es sei wichtig, dass die Zuspitzung nicht völlig zu Lasten einer inhaltlichen Botschaft gehe. Eine Kernaussage, ein Kernziel müssen auf jeden Fall noch erkennbar sein - andernfalls wirke die Zuspitzung schnell lächerlich. Als Beispiel für eine gelungene Zuspitzung nannte Künast u. a. ihre Aussage „Wissen, was drin ist“ zum Verbraucherinformationsgesetz.

Zweitens sei es wichtig, die Zuspitzung auf eine Person und ihren politischen Stil zu zuschneiden, um Glaubwürdigkeit und Authentizität zu bewahren. So könne Künast sich glaubwürdig zu Verbraucherfragen äußern, Fischer hingegen nähme man das nicht ab.

Nicht zuletzt müsse auch der gesellschaftliche und zeitgeschichtliche Kontext beachtet werden, denn nicht jede Zuspitzung sei in jedem Kontext angebracht. Als Negativbeispiel nannte Künast in diesem Zusammenhang die Aussage „Alle reden über Deutschland – wir reden übers Wetter“ der Grünen in den neunziger Jahren nach der deutschen Wiedervereinigung.

Die Ringvorlesungsreihe findet in Kooperation mit dem OSI-Club der Freien Universität Berlin statt und wird aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin gefördert.

Die Programm zur Ringvorlesung finden Sie hier.

Die nächste Ringvorlesung findet am 7.7.2008 statt.

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