Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit - Ringvorlesung: Eine muss es sagen - die Rolle der taz [Druckversion]
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Ringvorlesung: Eine muss es sagen - die Rolle der taz
Die wesentlichen Aspekte des Mehrwerts der taz für die politische Kommunikation hätten sich als Antwort auf die immer wiederkehrenden Frage „Wer braucht eigentlich noch die taz?" entwickelt.
„[…]Wenn man von Schriften, wie von Handlungen, nicht mit einer liebevollen Teilnahme, nicht mit einem gewissen parteiischen Enthusiasmus spricht, so bleibt so wenig daran das der Rede wert ist. Lust, Freude, Teilnahme an den Dingen ist das einzige reelle […] alles andere ist eitel und vereitelt nur“ mit diesem Zitat von Goethe schloss Bascha Mika ihren Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung Medien/Demokratie.
Nach einer atmosphärischen Beschreibung der Verhältnisse in der Berliner Republik („ein permanentes, aufgeregtes, emotionalisiertes Hintergrundrauschen“) und einem Rückblick auf die Entstehungs- und Werdungsgeschichte der taz in den letzten dreißig Jahren stellte Mika in ihrem Vortrag den genuinen Beitrag der taz für die politische Kommunikation in Deutschland dar. Dieser habe sich als Antwort auf die immer wiederkehrenden Fragen „Wer braucht eigentlich noch die taz?“ und „Wie lange können die sich wohl noch halten?“ entwickelt, so Mika. Mittlerweile seien es fünf Hauptaspekte, die den Mehrwert der taz für die politische Kommunikation ausmachen:
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| Bascha Mika |
Dazu zähle erstens der Anspruch der taz, „wirkliche Aufklärung“ zu leisten und es nicht bei Kritik und Appellen zu belassen. Das Vorgehen mancher Kollegen im Sinne von „ich zeige euch, wie schlecht die Welt ist, aber die ist nun mal so“ müsse durch das Aufzeigen von reellen Handlungs- und Verbesserungsmöglichkeiten angereichert werden.
Zweitens versuche die taz eine Art „Gegenöffentlichkeit“ ergänzend zur Mainstream-Berichterstattung zu schaffen, indem sie beispielsweise kontinuierlich über Afrika berichtet und nicht nur dann, wenn „gerade mal wieder etwas passiert ist“.
Ein weiterer Beitrag der taz bestehe darin, die politische Kommunikation um die Elemente der Satire und Ironie anzureichern – dies sei sehr wichtig, denn oft könne man mit wenigen Worten oder Zeichnungen „sehr viel mehr“ aussagen, so Mika und verwies u. a. auf die Aktion „Bushs historische Rede“, bei der auf der leeren Titelseite unten rechts nur eine Karikatur von Bush mit leerer Sprachblase zu sehen war.
Des Weiteren stehe die taz dafür, regelmäßig Fragen des journalistischen Selbstverständnisses im gesellschaftspolitischen Diskurs zu platzieren und durch diese Thematisierung beispielsweise zeitungsübergreifende Aktionen zum Thema Pressefreiheit initiieren zu können.
Damit zusammen hänge der letzte und wichtigste Aspekt, der die taz und ihren Beitrag zur politischen Kommunikation ausmacht: Die Idee, dass die taz immer ein Projekt des Zeitungsmachens und nicht des Geldverdienens gewesen sei – im Vordergrund stehen nicht der Profit oder die Wünsche der Anzeigenkunden, sondern das Bestreben, anspruchsvolle Beiträge zur politischen Meinungsbildung zu leisten, so Mika.
Die Ringvorlesungsreihe findet in Kooperation mit dem OSI-Club der Freien Universität Berlin statt und wird aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin gefördert.
Das Programm zur gesamten Ringvorlesung finden Sie hier.
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