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Ringvorlesung: Politikvermittlung zwischen Information und Marketing

Politik kann nicht ohne Inszenierung leben, so das Fazit von Thomas Steg, stellvertretender Sprecher der Bundesregierung in seinem Vortrag „Regierungskommunikation – Politikvermittlung zwischen Information und Marketing“.
Neben der Notwenigkeit zu inszenieren, stehe allerdings für Regierungskommunikation auch immer die Vermittlung von Information im Vordergrund.
Steg unterteilte die politische deutsche Öffentlichkeit in informations – bzw. unterhaltungsorientiert. Da Öffentlichkeit heute aus einer Vielzahl von "Öffentlichkeiten" bestehe, würde gezielte PR schwierig und der Erfolg unsicher.
Aufmerksamkeit gelte als Schlüsselressource. Sprache müsse Bildern weichen und Argumente hinter Gefühle zurücktreten. Schlagzeilen verdrängten Hintergrundinformationen. Zu warnen sei vor einem damit einhergehenden Substanzverlust, der sich in der zunehmenden Politikdistanz der Bürger niederschlage.
Beispiel einer gelungenen Verknüpfung zwischen Politik und Medien sei der Kniefall Brandts in Warschau.
Steg verwies auf die lange Tradition der Regierungs -PR, die nicht wie vielfach angenommen ein Exportprodukt aus den USA sei, sondern eine lange deutsche Tradition. Bereits der preußische Reformer in Hardenberg bediente sich ihrer.
Thomas Steg
Ziel von Regierungskommunikation sei es, für eine bestimmte Politik Zustimmung zu erhalten. Steg möchte diese Werbung aber nicht als Manipulation der Bürger verstanden wissen. Vielmehr sei die Differenzierung zwischen Argumentieren versus Überreden notwendig.
Die Aufgabe der Medien sieht der stellvertretende Regierungssprecher zum einen in der Vermittlung von Informationen an die Bürger. Zum anderen betonte Steg aber auch die Unberechenbarkeit der Medien, die als Filter zwischen Politikern und Öffentlichkeit fungieren und nur die Information, die einen Nachrichten-Mehrwert hätten, an die Öffentlichkeit weitergebe. Grundsätzlich seien für politische Arbeit und Intervention, Medien aber unverzichtbar.
Abschließend konstatiert Steg, politische Kommunikation stelle einen unverzichtbaren Bestandteil von Politik dar. Er sei von ihrer Bedeutsamkeit zutiefst überzeugt. Notwendig sei neben der reinen Vermittlung von Informationen zugleich deutlich zu machen, dass andere Kriterien wie Medientauglichkeit und Inszenierung auch eine entscheidende Rolle spielten.

Die Ringvorlesungsreihe findet in Kooperation mit dem OSI-Club der Freien Universität statt und wird aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin gefördert.

Das Programm zur Ringvorlesung finden Sie hier.

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