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Ringvorlesung: VORWÄRTS - offen und parteilich

„Der VORWÄRTS war immer mehr als ein reines Parteiblatt und hat die Möglichkeit zur Aufklärung“, so das Fazit Uwe-Karsten Heyes in seinem Vortrag „Vorwärts – offen und parteilich“.
Der Chefredakteur des vorwärts möchte das Blatt in den nächsten Jahren als Agenda - Setter etablieren und wichtige Diskussionen anstoßen.

Heye
Heye betonte, dass es aufgrund der unübersichtlichen medialen Informationsflut eine stärkere Notwendigkeit zur Einordnung, Differenzierung und Erklärung politischer Themen bedarf. Diese Rolle schreibt er dem vorwärts zu. Für die weitere Zukunft des vorwärts erachtet es Heye als notwendig, diesen in der Gesellschaft immer neu zu justieren und Themen anzusprechen, die in der heutigen Medienlandschaft nicht ausreichend beachtet werden.

In diesem Zusammenhang wünschte sich Heye allgemein eine verstärkte Medienberichterstattung über gesellschaftlich bedeutsame Themen, wie zum Beispiel den demographischen Wandel und über die steigende Zahl der Jugendliche ohne Schulabschluss.

Der erste strukturelle Schritt zur Zukunftsfähigkeit des vorwärts sei durch den öffentlichen Verkauf an Kiosken getan – neben der klassischen parteiinternen Verteilung.

Heye legte in seinem Vortrag auch die Geschichte des Blattes dar, welches sich in seiner 135jährigen Geschichte von der Tages-, über die Wochenzeitung bis hin zum heute erscheinenden Monatsblatt mit einer Auflage von 540.000 Exemplaren gewandelt hat.
Mehrmals in der langjährigen Tradition des vorwärts stand dieser kurz vor dem Aus. Differenzen zwischen Vorstand und Redaktion spielten hierbei ebenso eine Rolle, wie die zwischenzeitlich geringe Auflagenstärke von 50.000 Exemplaren.
Allerdings war der vorwärts auch immer gesellschaftlich prägend und durfte so zum Beispiel als erste westliche Zeitung 1989 für den Preis von 2 Rubeln in Moskau verkauft werden.

Für die Bedeutsamkeit des vorwärts als Parteizeitung der SPD wünscht sich Heye, dass dieser nicht als Wiederkäuer der inneren Widersprüche verstanden, sondern als Tribüne, auf der der eigene Diskurs programmatisch befeuert wird, wahrgenommen wird. Für viele Mitglieder stelle zudem das Blatt die einzige Verbindung zur Parteizentrale in Berlin dar.

Letztlich konstatiert Heye, müsse sich sowohl die SPD als auch der vorwärts nach Ausgang des Bundestagswahlkampfes 2009 neu ordnen und er verbleibe mit der Hoffnung, dass der vorwärts hierbei nicht für zu leicht befunden wird und außerdem, so Heye, lebten Totgesagte länger.

Das Programm der Ringvorlesung finden Sie hier.

Weitere Informationen zur Ringvorlesung und zum Kooperationspartner finden Sie unter www.osi-club.de

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