Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit - Ringvorlesung: Der Blick von außen. Regionalzeitungen [Druckversion]
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Ringvorlesung: Der Blick von außen. Regionalzeitungen
Die wichtigste Aufgabe einer Regionalzeitung liegt darin, Politik aus der abstrakten Sphäre herunter zu holen und verständlich zu machen“ so die Hauptthese Ralf Schulers.
Der Ressortleiter Politik der Märkischen Allgemeinen Zeitung Ralf Schuler betonte in seinem Vortrag die starke Differenz zwischen den überregionalen Zeitungen und den Regionalzeitungen. Zwar profitierten Regionalzeitungen von einer hohen Abonnentenbindung, allerdings führe die schwache Wirtschaftskraft der Region Brandenburg zu vermehrten Kündigungen. Daraus resultiere eine starke wirtschaftliche Abhängigkeit der Zeitung von Anzeigengroßkunden. Letztendlich räumt Schuler ein, sei auch die Finanzkraft entscheidend für das Niveau des Journalismus.
Regionalzeitungsjournalisten in Berlin hätten es schwer, an Informationen außerhalb des Mainstreams zu gelangen. „ Karriereorientierte Politiker treffen sie bei Anne Will. Wer wiedergewählt werden will, geht zur Regionalzeitung“, erläutert Schuler.
Die Devise für Regionalzeitungen laute daher „in der Fläche Präsenz zu zeigen“, um Informationen aus dem Nahbereich zu vermitteln, die aus keiner anderen Quelle bezogen werden können. „Wir müssen zu den Lesern“, so die Botschaft des Politikchefs der MAZ.
Schuler verweist auf die regionale politische Kultur, welche für die Art der Berichterstattung bestimmend sei. Bezüglich der Politikberichterstattung und Wahrnehmung herrsche bei der Brandenburger Leserschaft eine bestimmte Debattenkultur vor. Parteidifferenzen würden als Streit im negativen Sinne wahrgenommen und abgelehnt. Ebenso nimmt Schuler in seiner Leserschaft eine große Europaskepsis wahr.
Die Funktion der Regionalzeitung sei daher auch die politische Bildung. Aufgabe sei es in der Berichterstattung auf das andere Demokratieverständnis einzugehen und die großen Beschlüsse der Politik den Bürgern verständlich zu machen und lebenspraktisch zu übersetzen.
Neben dieser starken politischen Bildungsfunktion versteht Schuler Regionalzeitungen auch als Dienstleister für die Bürgerinnen und Bürger. Er bezeichnet dies als Servicefunktion der Zeitung.
Letztendlich konstatiert Schuler, müsse sich die Zeitung der Gesellschaft, in der sie gelesen wird, anpassen.
Die Ringvorlesung findet in Kooperation mit dem OSI-Club der Freien Universität Berlin statt.
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