Freiheit vs. Sicherheit
Der moderne Rechtsstaat vor neuen Herausforderungen
Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren.
Benjamin Franklin
Die Sehnsucht nach Sicherheit und die Notwendigkeit der Freiheit scheinen zwei sich ausschließende Pole unserer Gesellschaft zu sein. Besonders in Zeiten des internationalen Terrorismus, einer durch das Internet global vernetzten Welt und der daraus resultierenden Bedrohung steht die Politik oftmals unter Zugzwang, die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten. Und bei den Menschen selbst wächst statt der Sehnsucht nach Freiheit der Ruf nach Sicherheit und einem starken Staat. Aber schließen sich Freiheit und Sicherheit wirklich aus?
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| Dr. Schwaetzer |
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| Podium |
Udo di Fabio, Verfassungsrichter in Karlsruhe, warnte in diesem Zusammenhang deshalb auch vor einem »präventionstechnischen Überbietungswettbewerb« im Kampf gegen den Terrorismus. Auch für Prof. Schmidt-Jortzig ist klar, dass immer nur auf konkrete und nicht auf mögliche Momente reagiert werden müsse. Die Freiheitsrechte, die im Grundgesetz verankert sind, dürfen nur unter eindeutigen und rechtlich klaren Bedingungen angetastet werden. Dabei solle der Kernbereich der persönlichen Lebensgestaltung, wie etwa das Schlafzimmer, geschützt bleiben. Für ihn muss jeder Eingriff in Freiheitsrechte sorgfältig abgewogen werden und darf nicht mit der Terrorismusangst auf eine Stufe gestellt werden. Das sehen auch die Richter vom Bundesverfassungsgericht auch so. In ihrem Urteil zu Onlinedurchsuchung vom Februar 2008 heißt es: „Die heimliche Infiltration eines informationstechnischen Systems, mittels derer die Nutzung des Systems überwacht und seine Speichermedien ausgelesen werden können, ist verfassungsrechtlich nur zulässig, wenn tatsächliche Anhaltspunkte einer konkreten Gefahr für ein überragend wichtiges Rechtsgut bestehen. Überragend wichtig sind Leib, Leben und Freiheit der Person oder solche Güter der Allgemeinheit, deren Bedrohung die Grundlagen oder den Bestand des Staates oder die Grundlagen der Existenz der Menschen berührt.“
Ein weiterer Punkt in der Diskussion war der Hinweis, in der Debatte um die Ausweitung der rechtlichen Möglichkeiten, etwa durch das BKA-Gesetz, würde meist übersehen, dass gleichzeitig Stellen bei den Sicherheitsbehörden, wie bei der Polizei oder Richtern, abgebaut würden. Auch deshalb fragte Imgard Schwaetzer in ihrem Eingangsvortrag: „Hat Deutschland tatsächlich ein Gesetzgebungsdefizit oder nicht vielmehr ein Vollzugsdefizit?“
Es geht in der Debatte also um Grundsätzliches: Darf und soll die Politik in der Absicht, Freiheit und Demokratie zu schützen, Mittel anwenden, die eben jene beschneiden? Und helfen schärfere Rechtsnormen, das Sicherheitsgefühl in der Gesellschaft zu stärken oder braucht es mehr und effektivere Polizei? Und stimmt es, dass Freiheit zuerst einmal Sicherheit brauche, wie Bundes-Innenminister Schäuble sagt.
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| Auditorium |
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