Die DDR und der westdeutsche Linksterrorismus
„Die DDR und der westdeutsche Linksterrorismus: Vereint gegen Israel?“ lautete das Thema der Veranstaltung, zu der die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, die Deutsch-Israelische Gesellschaft und das Centrum Judaicum einluden. Aus dem Fragezeichen des Titels der Veranstaltung machte der Referent - Zeithistoriker und Journalist Dr. Martin Jander - ein deutliches Ausrufezeichen.
| Jander |
Gab es zwischen der DDR und den terroristischen Gruppen in der alten BRD mehr als ein taktisches Bündnis? Unterstützte die DDR Organisationen, die die Auslöschung des Staates Israel zum Ziel hatten? Ist es wahr, dass die Baader-Meinhof Gruppe und andere terroristische Vereinigungen mit palästinensischen Befreiungsorganisationen zusammen gearbeitet haben?
Bereits seit 1973 habe es eine Zusammenarbeit mit der Hauptabteilung 22 des Ministeriums für Staatssicherheit gegeben, als Bommi Baumann, wegen mehrerer Delikte in der BRD gesucht, von der DDR nicht ausgeliefert wurde. Als Gegenleistung erstellte Baumann quasi ein Who is who der terroristischen Szene, in die die Stasi Einblick haben wollte. Die DDR bot sich als Hinterland für Terroristen der linken Szene ebenso an wie als Trainingscamp für verschiedene Gruppen. Zwischen 1980-82 veranstaltete sie 3 bis 4 Mal im Jahr Waffentrainings für Terroristen.
Die Kooperation mit den terroristischen Gruppen kam u.a. zustande, weil man gemeinsame Freunde - andere nationale Befreiungsbewegungen - und gemeinsame Feinde - Israel und die USA - gehabt habe.
Schon 1965 beschwor Walter Ulbricht die Tradition der deutsch-arabischen Freundschaft, indem er den nationalen Befreiungskampf der arabischen Völker unterstützte und zur Zermürbung des Staates Israel aufrief. Eine Strategie, die sein Nachfolger Erich Honecker mit Waffenlieferungen und der Versorgung palästinensischer Kämpfer in Krankenhäusern der DDR weiter verfolgte.
Fazit von Janders Vortrag war, dass es gemeinsame Frontstellungen und Feindbilder zwischen Linksterroristen und der DDR gegeben habe und dass - über die Mauer hinweg – ein militanter und bewaffneter „Schuldabwehrantisemitismus“ artikuliert habe.
Kritik äußerte Jander an der mangelnden Bearbeitung des Themas in der Politik. Es herrsche eine Scheu, sich dieses Themas anzunehmen. Dies führe dazu, dass auf diesem Gebiet immer noch vergleichsweise wenig geforscht werde und der Kenntnisstand nicht umfassend sei.
Die Veranstaltung wurde aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin gefördert.
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