Federica Sabbati, war bis 2004 Generalsekretärin der Liberalen Internationale.
Wie alles in Italien sind dort auch Wahlen
ein mit Spannung erwartetes Spektakel. Dieses
Jahr gingen die Italiener am 9. und 10.
April zu den Urnen und sorgten einmal mehr
für Unterhaltung.
Inszeniert als ein Referendum für oder gegen Premierminister Silvio Berlusconi, das der Herausforderer Romano Prodi knapp gewann, war die Wahl gekennzeichnet durch Populismus, politische Inkorrektheiten, massive Beschimpfungen und - als Ergebnis all dessen - eine bittere Polarisierung des Landes. Nicht einmal die Wähler blieben von Beleidigungen verschont, zum diebischen Vergnügen der ausländischen Medien, die die Verbalinjurien des Regierungschefs gegen das Mitte-Links- Bündnis genüsslich als den endgültigen Beweis dafür zitierten, dass man die italienische Politik nicht ernst nehmen kann. Die Rolle des Gegenspielers Berlusconis hatte Professor Romano Prodi übernommen, dessen Stil eher das Bild eines väterlichen Seelsorgers evoziert als dasjenige des energischen und starken Reformers, den Italien nötig hat. Als führungsschwach dargestellt und von vielen auch empfunden, erschien er als Gefangener einer wackeligen Koalition, der auch die weit links angesiedelten Kommunisten angehören, die schon einmal seine Regierung zu Fall gebracht haben. So bot Italiens Opposition ein recht düsteres Bild - das einzig positive Vorzeichen für Prodi war, dass er schon einmal Berlusconi in einer Wahl geschlagen hatte.
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