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Raumfahrtseminar

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde und einer Einführung in die Geschichte der Raumfahrt hielt Stefan Hess, der Leiter der Abteilung Verteidigung und Raumfahrt des Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie eV., einen Vortrag zum Thema „Wirtschaftliche und strategische Bedeutung des Weltraums“.

Nach diesem Auftakt setzte Sabine Groth, Altstipendiatin, Rechtsanwältin und derzeit Referentin im Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie, die Reihe fort und referierte über das Weltraumrecht. In ihrem Vortrag erhielten wir z.B. Antworten auf die Frage, wem eigentlich was am/im Weltraum gehört und welche Gesetze auf der ISS gelten. Generell komme das Völkerrecht zur Anwendung, führte Frau Groth aus, allerdings müsse es durch nationale Gesetze ergänzt werden. Ein gutes Duzend Länder habe solche Gesetze, bspw. zu Haftungsfragen, verabschiedet; Deutschland habe dies bisher nicht getan.

Im Anschluss daran sprach Klaus-Dietrich Berge, ehemaliger Projektdirektor Raumfahrt des DLR über den Nutzen und die Zukunft der bemannten Raumfahrt. Herr Berge
betonte die Notwendigkeit und bleibende Rolle der bemannten Raumfahrt auch in der Zukunft, zumal Neugier und der Wunsch, Dinge mit eigenen Augen zu sehen, in der Natur des Menschen liege. Hierzu müssten natürlich noch insbesondere in der Antriebstechnologie völlig neue Wege beschritten werden, was er jedoch nur für eine Frage der Zeit hielte.

Ludger Fröbel, Programmdirektor Raumfahrt des DLR referierte zum Thema „Zukunft der Raumfahrt – und was machen wir in Europa?“ Er betonte hierbei die gegenwärtige Technologieführerschaft im Bereich von Trägersystemen wie der Ariane V, deren Nutzung für die regelmäßige Versorgung der ISS mit dem ATV in naher Zukunft, sowie den Fokus auf das Satellitengeschäft. Auch weitere Missionen der Europäer zur Erforschung des Weltalls oder aber ein möglicherweise bemannter Flug zum Mond fanden Erwähnung.

Mit einem weiteren spannenden Aspekt trug am späten Samstagnachmittag Dr. Holger Krag vom ESA Space Debris Office in Darmstadt zum Gelingen dieses Seminars bei. Herr Krag referierte zum Thema „Weltraumschrott“ und anderen Folgen der Raumfahrt. In seinem Vortrag führte er aus, dass der um die Erde liegende Gürtel aus „Weltraumschrott“, erzeugt durch Explosionen von Satelliten oder Raketenoberstufen, Feststofftriebwerken, Reaktorkühlmittel etc., in den letzten Jahrzehnten sich stark vergrößert hat und weiterhin wächst, was zukünftig zu einem immer ernsteren Problem wird. Auf einigen Erdumlaufbahnen ist bereits heute die Ausfallwahrscheinlichkeit operationeller Satelliten nicht mehr vernachlässigbar. Schon kleinste Einschläge bis in den Mikrometerbereich können große Schäden hervorrufen. Und auch die bemannte Raumfahrt muss zunehmend Maßnahmen (z.B. bei ISS und Space Shuttle) ergreifen, um eine Katastrophe zu vermeiden.

Dr. Loibl veranschaulichte mit einem audiovisuellen Vortrag nachdenkliche und lustige Impressionen von Astronauten beim Anblick der Erde. Im Anschluss stand er als Astronom noch für einige Fachfragen zur Verfügung. „Politische Strategien für Weltraumfahrt und –forschung“ lautete der Vortrag von Dr. Sven Reutzel, tätig am DLR. Reutzel griff in seinem Vortrag verdeutlichte einige der Schwierigkeiten bei der Gestaltung einer europäischen Weltraumpolitik, wie z.B. dem Fakt, dass ESA und EU voneinander relativ unabhängig sind und unterschiedliche Mitgliedsstaaten aufweisen.

Christian Huber und Hendrik Korb

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