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Die Wirkung
Der erste Bundespräsident: Theodor Heuss
Deutsche Hochschule für Politik
Der Deutsche Werkbund
Liberalismus und Kirchen
Die Freiburger Thesen
Friedrich-Naumann-Stiftung
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Die Wirkung
Dekret Nr 37.472 vom 5. Juli 1998
der Stadt Sao Paulo (Brasilien),
nach dem ein öffentlicher Platz nach
F.Naumann benannt worden ist
„... so erinnerte der frisch gewählte Bundespräsident der gerade erst gegründeten Bundesrepublik Deutschland nach seiner Wahl, in seiner ersten Ansprache am 12. September 1949, bewußt an zwei Männer, die ihn, sein Denken und Wirken geformt hatten: an seinen Vater und an Friedrich Naumann ...“

„Die erste Naumann-Renaissance fand schon sehr bald nach dem Ende von Krieg und Diktatur in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands statt. Die zum Entsetzen der deutschen Kommunisten und der Besatzungsmacht überaus erfolgreiche Liberaldemokratische Partei erkor ihn zu einem ihrer Vorväter.“

„Der Sozialreformer Naumann als Zeuge für einen „dritten Weg“ zwischen Kapitalismus und Sozialismus – das gab es auch im deutschen Westen. Zwei führende Protestanten bekannten sich in diesem Sinn während der fünfziger und sechziger Jahre zu seinem Erbe: Eugen Gerstenmaier und Erhard Eppler.“ ... „Beiden lag, so verschieden sie sich parteipolitisch orientierten, das soziale Engagement am Herzen, begründet in der evangelisch-sozialen Tradition, zu welcher Naumann ganz gewiß gehörte, ...“

„In den Rang eines der sozusagen kanonisierten Vorväter der neuen Republik wurde Friedrich Naumann indessen durch Theodor Heuss erhoben, und zwar durch die Gründung der Friedrich-Naumann-Stiftung im Jahre 1958.“

Die fdk zum 50. Todestag
von F.Naumann
am 24. August 1969
„Im Falle Naumanns ist zu vermelden, daß er in der öffentlichen politischen Debatte der späten sechziger und frühen siebziger Jahre gern als ein Vorläufer der sozialliberalen Koalition zitiert wurde.“

(In: Witte, Barthold C.: Theodor Heuss in Naumanns Nachleben. In: Bruch, Rüdiger vom (Hrsg.), Friedrich Naumann in seiner Zeit. Berlin 2000)

„Als Vorstand und Kuratorium der Friedrich-Naumann-Stiftung vor zwei Jahren beschlossen, die Werke Friedrich Naumanns neu herauszugeben, hatten sie den Wunsch, daß der erste Band am 80. Geburtstag des Altbundespräsidenten fertig werden sollte.“ ... „Pünktlich am 31. Januar [1964] hat nun der Westdeutsche Verlag Friedrich Middelhauves den 959 Seiten umfassenden Band der religiösen Schriften herausgebracht.“

(In: Stephan, Werner: Liberale Bücherschau. Friedrich Naumann. Band I: Religiöse Schriften. Opladen 1964, 959 Seiten. In: liberal, Bonn 1964, Heft 2)

Aus: Geleitwort von T.Heuss aus
"Friedrich Naumann Werke"
Band I: Religiöse Schriften
Die Schinkelsche Bauakademie,
jetzt Hochschule für Politik,
Aus: Politik als Wissenschaft.
Zehn Jahre Deutsche
Hochschule für Politik
Vortrag gehalten auf der
5. Jahresversammlung des
Deutschen Werkbundes
in Wien am 7. Juni 1912
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Theodor Heuss
Der erste Deutsche Bundespräsident (1949-1959)
T.Heuss im Parlamentarischen
Rat 1948
„Sein Platz in der Geschichte der Bundesrepublik ist unbestritten. Theodor Heuss, der erste Präsident der Bundesrepublik Deutschland, hat dieses Amt nicht nur geprägt, sondern recht eigentlich überhaupt erst erschaffen.“

„Wie kaum ein anderer hat Theodor Heuss sich der Aufgabe gestellt, den neuen politischen Anfang im Denken und Empfinden der Menschen zu verankern und abzustützen. Wie nur wenige neben und mit ihm in diesen Jahren des Neubeginns hat er versucht, den Deutschen zu einem Verhältnis zur Politik, zur Demokratie, zu sich selbst zu verhelfen. Für den schwierigen Prozeß, der notwendig war, damit sich die Deutschen mit der Nachkriegswelt, dem neuen Staat und der Demokratie befreundeten, um schließlich darin heimisch zu werden – dafür war Theodor Heuss eine Figur von entscheidendem Gewicht.“

"Der Bundespräsident 1950"
„Theodor Heuss' Studienjahre sind nicht nur die Summe von Studienorten und Professoren, Seminaren und Reisen, beträchtlichem Studieneifer, der Neugierde nach Erfahrungen und Eindrücken sowie fleißiger Lektüre, quer durch das breite Spektrum dessen, was ein junges, aufgewecktes Gemüt nur interessieren kann, von der Geschichte bis zu den jeweiligen literarischen Novitäten, von der Nationalökonomie bis zu allen Facetten des künstlerischen Lebens. Sie sind auch mehr als die Begegnungen, Bekanntschaften und Freundschaften, die diese Zeit formen, die ihn formen. Diese Studienjahre sind für Heuss auch der Weg in die Politik, und das heißt zuerst: zu Friedrich Naumann.“

Bundespräsiden T.Heuss
im Gespräch mit Bundes-
kanzler Adenauer
„Der Eintritt in die Redaktion der „Hilfe“ ist für diesen schicksalhaften Einfluß Naumanns der letzte, wichtigste Schritt. Er ist Folge der nahen Berührung, in die Heuss in seinen Berliner Semestern mit Naumann gekommen ist.“

(In: Hamm-Brücher, Hildegard; Rudolph, Hermann: Theodor Heuss. Eine Bildbiographie. Stuttgart 1983)







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Deutsche Hochschule für Politik
Die Deutsche Hochschule für Politik
wurde 1919 in der Schinkelschen
"Alten Bauakademie" untergebracht
„Sie ist hinterlassenes Kind Naumanns, der schon im Krieg die Gründung einer „freien deutschen Hochschule für Politik“ betrieben hatte. Sie sollte, unabhängig von staatlichen Einrichtungen, im Zusammenwirken von Wissenschaftlern und Praktikern politische Bildung vermitteln. Noch im Krieg, 1918, tritt sie als „Staatsbürgerschule“ ins Leben. Nach Naumanns Tod wird sie als „Deutsche Hochschule für Politik“ im Gebäude der Schinkelschen Alten Bauakademie zu einer repräsentativen Institution der Selbstbehauptung der Republik.“

(In: Hamm-Brücher, Hildegard; Rudolph, Hermann: Theodor Heuss. Eine Bildbiographie. Stuttgart 1983)

„Ein Kreis von Freunden stellte sich Naumann zur pädagogischen, finanziellen, organisatorischen Verwirklichung an die Seite. So entstand im Jahre 1917 jene „Freie deutsche Hochschule für Politik“, als ein freier Verein; als sie gesichert war, eröffnete sie 1918 als „Staatsbürgerschule“ ihre Türen. Die „Vier Reden an junge Freunde“, erweitert durch einen Aufsatz von Wilhelm Heile über „Nutzen und Notwendigkeit einer politischen Volkshochschule“, erscheinen unter dem Titel „Erziehung zur Politik“ – dies ist die eigentliche Programm- und Werbeschrift, ausgestattet mit einigen Entwürfen zu mehrtägigen bis mehrmonatlichen Kursen.“

(In: Heuss, Theodor: Friedrich Naumann als politischer Pädagoge. In: Jäckh, Ernst (Hrsg.) Politik als Wissenschaft. Zehn Jahre Deutsche Hochschule für Politik. Berlin 1930)

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Der Deutsche Werkbund
5./6. Oktober 1907 Gründung
(1. Geschäftsstelle: Dresden, Blasewitzer Straße 17)
1934 Auflösung
1947 Neubildung

„Was Naumann zum Werkbund hinzog, waren vor allem seine starken künstlerischen Neigungen.“
„Frühzeitig setzte er auseinander, es sei notwendig, neue Formen zu finden, die der gegenwärtigen Zeit gemäß wären, und immer wieder gab er der Zuversicht Ausdruck, deutsche Kultur werde im Zeitalter der Maschinen zu neuem Leben erweckt werden.“

(In: Campbell, Joan: Der Deutsche Werkbund 1907 – 1934. Stuttgart 1981)

„Nicht genug, daß Naumann einen Trend zu qualitätsvoller gestalteten Gebrauchsgütern mit volkwirtschaftlichen und sozialpolitischen Ideen koppelte und eine Schar von je einem Dutzend Künstlern und Unternehmern zum Gründungsaufruf einte. Ohne Aufhebens half er zudem an der Organisation, wohl auch am Entwurf der Satzung mit. Tatkräftig lenkte und förderte er die anlaufende Arbeit als Publizist, Redner, zuweilen als Moderator.“

(In: Wurdak, Dieter: Moral, Kultur und Volkswirtschaft. Liberale prägten den Deutschen Werkbund. In: liberal 1999, Heft 2)


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Liberalismus und Kirchen
F.Naumann 1897
„Der christliche Geist solle die Gesellschaft durchdringen und zur entscheidenden Kraft einer Neuordnung werden.“
„Die Neuordnung der Gesellschaft auf der Grundlage einer christlich-sozialen Weltanschauung, dies war Naumanns Ziel.“

„Die Schaffung eines nationalen Machtstaates, dieses Ziel tritt von nun an [Im Vorfeld der Gründung des Nationalsozialen Vereins war es notwendig geworden, über sozialpolitische Fragen hinaus auch zu nationalstaatlichen Problemen Stellung zu beziehen] immer deutlicher bei Naumann in den Vordergrund."

„In dieser Zeit des Zweifelns und Suchens gewinnen für Naumann vor allem zwei Männer eine entscheidende Bedeutung: Der Nationalökonom Max Weber und der Kirchenrechtler Rudolph Sohm.“
Sohm nimmt „dort eine Trennung vor, wo sich bei Naumann Gefühl und Tun zu einer Einheit verwoben hatten: Christentum und staatliches Wesen.“

(Kleinmann, Dieter: Friedrich Naumann. In: Scholder, Klaus; Kleinmann, Dieter (Hrsg.): Protestantische Profile. Königstein/Ts. 1983)

„Liberalismus, Christentum und Kirche, ein solches Thema erinnert zunächst mehr an Trennung als an Gemeinsames.
„... wie heterogen die Positionen innerhalb der liberalen Bewegung zum Thema „Staat und Kirche“ waren und wohl auch noch sind ...“

(In: Liberalismus und Kirche. Friedrich-Naumann-Stiftung (Hrsg.). Sankt Augustin 1988, 2. Aufl. 1999)

„Das Verhältnis der liberalen Parteien zu den Kirchen ist in Deutschland seit jeher eine Frage des liberalen Selbstverständnisses. Es gab Phasen, in denen Liberale und Kirchen gemeinsam für Glaubensfreiheit stritten, es gab Phasen des mißtrauischen Gegenübers und es gab Phasen fruchtbarer Gespräche und Diskussionen"

(Genscher, Hans-Dietrich. In: Kirchen und Liberalismus – mehr Gemeinsames als Trennendes. FDP-Bundesgeschäftsstelle (Hrsg.). Sankt Augustin 1996)

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Die Freiburger Thesen
Aus dem Wortprotokoll des 22. Ordentlichen Bundesparteitages der Freien Demokratischen Partei vom 25. bis 27. Oktober 1971 in Freiburg, Stadthalle, Auszug aus der Begrüßungsrede von Karl Moersch, Vorsitzender des Landesverbandes Baden-Württemberg der F.D.P.:

... „Nun ist es wichtig, meine Parteifreunde, daß dieser Parteitag auch für unser Land Baden-Württemberg – nicht nur für die Freie Demokratische Partei im allgemeinen – ein Signal setzt. Wir haben hier eine klare liberale Position aufzubauen und auch zu verteidigen. Wir haben eine Tradition weiterzuentwickeln, die durch berühmte Namen in diesem Lande gekennzeichnet ist, durch einen Mann wie Konrad Haußmann, durch Friedrich Naumann, Theodor Heuss, Reinhold Maier ...“

...„Freiheit bedeutet für den modernen Liberalismus, wie er bei John Stewart Mill in England und bei Friedrich Naumann in Deutschland erstmals in Gedanken gefaßt ist, nicht länger die Freiheit eines aus der Gesellschaft herausgedachten, dem Staate entgegengesetzten autonomen Individuums, sondern die Freiheit jenes autonomen und sozialen Individuums, wie es als immer zugleich einzelhaftes u n d gesellschaftliches Wesen in Staat und Gesellschaft wirklich lebt ...“

„Dieses Programm der Liberalen Gesellschaftspolitik wurde auf dem F.D.P.-Parteitag vom 25.-27. Oktober 1971 in Freiburg/i.B. beschlossen.“

(In: Freiburger Thesen der F.D.P. zur Gesellschaftspolitik. Bundesvorstand der F.D.P. (Hrsg). Bonn o.J.)

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Friedrich-Naumann-Stiftung
Walter Erbe, 1. Vorsitzender der
Friedrich-Naumann-Stiftung
(1958-1961)
„...Im Herbst des Jahres 1957 schrieb Dr. Hans Reif, Professor an der Freien Universität Berlin, die die Tradition der Hochschule für Politik übernommen hatte, an Dr. Thomas Dehler in Bonn, daß der Liberalismus, der sowohl von der sozialistischen wie von der christlich-demokratischen Seite her in seinen Grundlagen zugleich angegriffen und ausgehöhlt werde, dringend einer Stätte bedürfe, in der seine geistige Substanz in Zusammenhang mit den politischen Erfordernissen der zweiten Jahrhunderthälfte geprüft und neu erfaßt werde. Qualifizierte Liberale sollten baldigst daran gehen, eine entsprechende Institution zu schaffen. Dr. Dehler reichte den Brief an Werner Stephan weiter, der im Begriff war, seine Tätigkeit als Bundesgeschäftsführer der FDP aufzugeben, und legte ihm nahe, diese Gedanken Theodor Heuss vorzutragen, der als Lieblingsschüler Naumanns und ehemaliger Studienleiter der Hochschule für Politik an diesem Problemkreis interessiert sein müsse. Es erwies sich rasch, daß diese Annahme richtig war...“

„... Am 20. Januar 1958 fand die zweite Besprechung bei Theodor Heuss statt...“

„... Am 27. Juni 1958 wurde die Stiftung durch den Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen genehmigt. Einen Monat später, am 31. Juli, bescheinigte die Finanzbehörde ihr die Gemeinnützigkeit und besondere Förderungswürdigkeit. Gleich nach der Ferienzeit, am 17. September, hielt der Bundespräsident eine Besprechung ab, bei der beschlossen wurde, am 14. November 1958 den ersten Schritt in die Öffentlichkeit zu tun...

(In: Stephan, Werner: Die Friedrich-Naumann-Stiftung. Entstehung und Entwicklung. In: Reinmöller, Lore: Kulturpolitik und Menschenbildung. Festschrift für Paul Luchtenberg. Neustadt/Aisch 1965)

„... Diesem liberalen Geist eine Herberge zu bieten, ist Sinn und Aufgabe der Theodor-Heuss-Akademie...“

„... Im November 1963 konnten der Stiftungsvorsitzende, Professor Luchtenberg, und Werner Stephan die ersten Entwürfe für den Bau dem schon todkranken Namenspatron der Akademie vorlegen; er nahm an ihnen lebhaften Anteil und genehmigte sie mit Freuden. Wenige Wochen später starb Theodor Heuss...“

(In: Witte, Barthold C.: Herberge des liberalen Geistes. In: Theodor-Heuss-Akademie. Friedrich-Naumann-Stiftung (Hrsg.) [1967], Folge 2)


Auszüge aus der Gründungsurkunde
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