Der Publizist und Politiker
„Naumann ist einer der stärksten Prosaschriftsteller unserer Zeit gewesen; seine Kraft des Ausdrucks lag in einer lockeren Natürlichkeit und Einfachheit der Sprache. Sein Gefühl für das Leben eines Satzes, für die Farbe einzelner Worte war ganz unmittelbar und sicher; sieht man seine mit ebenmäßiger Hand geschriebenen Seiten, so wird man selten einen Strich oder eine Änderung finden. Das ist charakteristisch. Er hat nicht gebosselt und gefeilt, weder an den kurzen Aufsätzen noch an den großen Büchern; seine Arbeiten sind aus einem Guß.“
(In: Heuss, Theodor: Das war Friedrich Naumann. Berlin – Wien 1923; Nachdruck München 1974)
„Es hat etwas Ergreifendes, wie in den Frankfurter Jahren [Anm.: Vereinsgeistlicher der Inneren Mission] der junge Geistliche von dem kirchlichen in den politischen Raum geführt wurde, dann aber, um der Redlichkeit willen gegenüber der Gemeinde, auch um in der Selbstgestaltung freier zu sein, das Pfarramt niederlegte. Es hatte sich nicht nur der Prediger und Redner, sondern auch der Publizist und Schriftsteller als Mann originärer Kraft erwiesen. In dem Namen des Wochenblattes, das er 1895 begründete, „Die Hilfe“, klingt die Gesinnungsherkunft weiter.“
(Heuss, Theodor: Friedrich Naumann. In: Heimpel, Hermann u.a. (Hrsg.), Die großen Deutschen. Deutsche Biographie in 4 Bänden. Berlin 1957)
„Nicht um in der Gegenwart Reibungen zu suchen, sondern um vor Gefährdungen der Zukunft sicher zu sein, brauchen wir die Flotte, [...]. Und schon das Vorhandensein der Flotte, nicht der Gebrauch, ist eine Sicherung des Friedens. In diesem Sinne und aus diesen Gründen muß das Industrievolk für die Kriegsflotte sein.“ ... “Es ist der Gewinn der Kapitalisten, der mit der Flotte gesichert wird. Daß im Gewinn der Kapitalisten zugleich der Gewinn und das Leben der Masse mit enthalten ist, wird deshalb der Masse nicht deutlich, weil sie vielfach noch gehemmt ist, ihre eigene Arbeitskraft nach bestem Können zu verkaufen. Solange wir unliberal sind gegenüber der Masse, wird diese kein Verständnis dafür haben, daß der nationale Gewinn auch ihr Gewinn ist, und erst bei durchgeführtem Liberalismus werden wir auch in Deutschland das gewinnen können, was in England in viel höherem Maße vorhanden ist: Verständnis der Arbeiter für den Zusammenhang von Weltmarkt und Weltmacht.“
(Friedrich Naumann: Weltmarkt und Weltmacht. In: derselbe: Werke, Band 4; Köln und Opladen 1964)
Ansichten der Nationalversammlung (vermutlich am Tage der Eröffnung)
"...So etwa sah es am Eröffnungstage in der Nationalverslg. aus. Die Schönheit u. Farbenwirkung der prachtvollen Blumen kann ja aber kein Bild wiedergeben. Ich bin wiederholt auf den Tribünen gewesen. Der vorherrschendste Eindruck, den man aus den Sitzungen mitnimmt, ist der des gewaltigen Ernstes uns. Zeit u. ganz besonders der Lage Deutschlds. Es geht aber doch für mich ein sehr tröstliches Gefühl davon aus, daß wir nun wieder eine feste, Ordnung bringende Volksvertretung haben, an der so viel ernsthafte und kenntnisreiche Vertreter mitarbeiten.
Herzl. Grüße für heute von Ihrer sehr ergebenen M.Katt..."
(M.Katt an F. Naumann, ohne Datum; ADL FN1-015)
(In: Heuss, Theodor: Das war Friedrich Naumann. Berlin – Wien 1923; Nachdruck München 1974)
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| August Bebel, Werner Sombart und F.Naumann vermutlich auf dem Weg zum SPD-Parteitag in Breslau 1895 |
(Heuss, Theodor: Friedrich Naumann. In: Heimpel, Hermann u.a. (Hrsg.), Die großen Deutschen. Deutsche Biographie in 4 Bänden. Berlin 1957)
„Nicht um in der Gegenwart Reibungen zu suchen, sondern um vor Gefährdungen der Zukunft sicher zu sein, brauchen wir die Flotte, [...]. Und schon das Vorhandensein der Flotte, nicht der Gebrauch, ist eine Sicherung des Friedens. In diesem Sinne und aus diesen Gründen muß das Industrievolk für die Kriegsflotte sein.“ ... “Es ist der Gewinn der Kapitalisten, der mit der Flotte gesichert wird. Daß im Gewinn der Kapitalisten zugleich der Gewinn und das Leben der Masse mit enthalten ist, wird deshalb der Masse nicht deutlich, weil sie vielfach noch gehemmt ist, ihre eigene Arbeitskraft nach bestem Können zu verkaufen. Solange wir unliberal sind gegenüber der Masse, wird diese kein Verständnis dafür haben, daß der nationale Gewinn auch ihr Gewinn ist, und erst bei durchgeführtem Liberalismus werden wir auch in Deutschland das gewinnen können, was in England in viel höherem Maße vorhanden ist: Verständnis der Arbeiter für den Zusammenhang von Weltmarkt und Weltmacht.“
(Friedrich Naumann: Weltmarkt und Weltmacht. In: derselbe: Werke, Band 4; Köln und Opladen 1964)
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| Rede vor dem Reichstag (1919) |
Ansichten der Nationalversammlung (vermutlich am Tage der Eröffnung)
"...So etwa sah es am Eröffnungstage in der Nationalverslg. aus. Die Schönheit u. Farbenwirkung der prachtvollen Blumen kann ja aber kein Bild wiedergeben. Ich bin wiederholt auf den Tribünen gewesen. Der vorherrschendste Eindruck, den man aus den Sitzungen mitnimmt, ist der des gewaltigen Ernstes uns. Zeit u. ganz besonders der Lage Deutschlds. Es geht aber doch für mich ein sehr tröstliches Gefühl davon aus, daß wir nun wieder eine feste, Ordnung bringende Volksvertretung haben, an der so viel ernsthafte und kenntnisreiche Vertreter mitarbeiten.
Herzl. Grüße für heute von Ihrer sehr ergebenen M.Katt..."
(M.Katt an F. Naumann, ohne Datum; ADL FN1-015)
"Die Hilfe"
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| "Vertrag ...§ 1. Herr Pfarrer Naumann gründet für seine Rechnung und Gefahr ein Wochenblatt" |
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| F.Naumann, Herausgeber der Hilfe |
(In: Heuss, Theodor: Das war Friedrich Naumann. Berlin – Wien 1923; Nachdruck München 1974)
„Das Blatt trug bis 1902 den Untertitel: „Gotteshilfe, Selbsthilfe, Staatshilfe, Bruderhilfe.“
(In: Heuss, Theodor: Friedrich Naumann - Der Mann, das Werk, die Zeit. Stuttgart 1949)
„Naumann und Schneider verfolgten die gleichen politischen Ziele, hatten die gleichen Vorstellungen von einer zukünftigen Gesellschaftsordnung. 1904 folgte Franz Schneider Friedrich Naumann nach Berlin und übernahm die Leitung des Verlages „Die Hilfe“.“
(In: Heuss, Theodor: Das war Friedrich Naumann. Berlin – Wien 1923; Nachdruck München 1974)
Gertrud Bäumer: geb. 12. Sept. 1873 in Hohenlimburg, Westfalen, Vater Theologe, von 1876 bis 1882 Kreisschulinspektor in Cammin an der pommerschen Ostseeküste, dann Versetzung nach Mülheim an der Ruhr, stirbt im Frühjahr 1883. Das Elend der jungen Witwe: drei Kinder (Gertrud war die Älteste), eine karge Rente, kein Beruf. Eine Erfahrung, die Gertrud Bäumer reflektieren wird. Mit 19 Jahren Lehrerin in Kamen, Westfalen, 1900 Oberlehrerinnen Examen in Berlin, danach Vollstudium an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin. Ab 1912 redaktionelle Mitarbeit an der Zeitschrift „Die Hilfe.“
Theodor Heuss: geb. 31. Jan. 1884 in Brackenheim, jüngster von drei Söhnen des Straßenbauingenieurs Louis Heuss, Student der Nationalökonomie und Kunstgeschichte, 1905 Promotion, ab 1905 redaktionelle Mitarbeit an der Zeitschrift „Die Hilfe“.
Franz Schneider: geb. 12. März 1875 in Wolfenbüttel, schon mit 18 Jahren politisches Engagement, Mitbegründer des Deutsch-Nationalen-Handelsgehilfen-Verbandes, Arbeit in Sachsen, 1904 Übernahme der Leitung des Verlages „Die Hilfe“.
Publizistische Tätigkeit
„Für Naumann bedeutete die Wahl zum Vorsitzenden (Anm.: des Nationalsozialen Vereins) einen entscheidenden Einschnitt in sein Leben. Er löste 1897 seine Verpflichtungen gegenüber der Inneren Mission und siedelte nach Berlin-Schöneberg über, um sich ganz der Parteiarbeit und der Publizistik zu widmen. In den folgenden Jahren erweiterte er durch Reisen nach Palästina, Österreich, Paris und Nordafrika seinen außenpolitischen Horizont und sammelte Material für zahlreiche Veröffentlichungen.“
(In: Milatz, Alfred: Friedrich-Naumann-Bibliographie. Düsseldorf 1957)
„Viele Veröffentlichungen Naumanns, nicht nur aus der früheren, sondern auch aus der späteren Zeit, sind im Buchhandel längst vergriffen und auch antiquarisch nicht mehr aufzutreiben. Hier müßte vor allem etwas geschehen, um dieses in vielen kleinen Broschüren, Vorträgen, Reden und Zeitungsartikeln verstreute Schrifttum Naumanns an verschiedenen Stellen möglichst lückenlos zu sammeln und der wissenschaftlichen Forschung zugänglich zu machen.“
(In: Herz, Johannes: Friedrich-Naumann-Bibliographie. In: Evangelisch-Sozial: Vierteljahrschrift für die sozial-kirchliche Arbeit. Göttingen Juli/September 1929)
(In: Milatz, Alfred: Friedrich-Naumann-Bibliographie. Düsseldorf 1957)
| "Frankfurter Zeitung" Weimar um 1919 |
„Viele Veröffentlichungen Naumanns, nicht nur aus der früheren, sondern auch aus der späteren Zeit, sind im Buchhandel längst vergriffen und auch antiquarisch nicht mehr aufzutreiben. Hier müßte vor allem etwas geschehen, um dieses in vielen kleinen Broschüren, Vorträgen, Reden und Zeitungsartikeln verstreute Schrifttum Naumanns an verschiedenen Stellen möglichst lückenlos zu sammeln und der wissenschaftlichen Forschung zugänglich zu machen.“
(In: Herz, Johannes: Friedrich-Naumann-Bibliographie. In: Evangelisch-Sozial: Vierteljahrschrift für die sozial-kirchliche Arbeit. Göttingen Juli/September 1929)
Nationalsozialer Verein
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| M.Maurenbrecher, ab 1901 Generalsekretär des Nationalsozialen Vereins |
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| Mitglieder des Nationalsozialen Vereins 1896 M.Wenck (2. v.l. stehend), F.Naumann (3. v.l. stehend), H.v.Gerlach (2. v.l. sitzend), A.Damaschke (5. v.l. sitzend) |
(In: Friedrich-Naumann-Stiftung: Friedrich Naumann 1860-1919. Sankt Augustin 1985)
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| Reichstagswahl 1903, nach der Wahlniederlage (v.l. stehend: M.Sering, S.Heckscher, Förster, F.Naumann; Sitzend, v.l.: G.Frenssen, H.Delbrück) |
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| Grüße an den Gründungsparteitag des Nationalsozialen Vereins 1896 |
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| Mitglieder des Nationalsozialen Vereins auf den Stufen des Ausflugslokals Lüderitz in Werder (ca. 1896/1903) |
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| Briefkopf |
Freisinnige Vereinigung
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| Rudolf Sohm und Lujo Brentano ca 1899-1903 |
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| Heinrich Rickert (1833-1902) |
„Die Lage der „Freisinnigen Vereinigung“ war in jener Zeit wenig glücklich [Anm.: Wahlergebnis der Reichstagswahl 1903: 2,6 % = 9 Sitze]. Ihre Überlieferung hing an dem Namen des Danziger Heinrich Rickert; der hatte noch zu den „Sezessionisten“ gehört, die 1880 die nationalliberale Fraktion verließen...“
„Rickert war keine bedeutende, aber eine kluge, warmherzige und parlamentarisch erfahrende Persönlichkeit, lebhaft an Volksbildungsbestrebungen interessiert – im Jahre 1902 starb er. Naumann war noch in lose Beziehung zu ihm gekommen.“
(In: Heuss, Theodor: Friedrich Naumann - Der Mann, das Werk, die Zeit. Stuttgart 1949)
„Naumann konnte (darum) sehr wohl auf die Begrüßung durch die Generalversammlung des liberalen Wahlvereins erklären, daß er und seine Freunde den sozialen Fortschritt auf liberaler Grundlage wollten.“
...“die Freisinnige Vereinigung verfügte wenigstens über eine parlamentarische Vertretung im Reichstag und in dem preußischen Landtag und damit über eine politische Plattform, auf der sich leichter weiterbauen ließ.“
(In: Wenck, Martin: Friedrich Naumann. Ein Lebensbild. Berlin 1920)
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| Wahlkampf in Heilbronn 1907 |
Deutsche Demokratische Partei
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| DDP-Fraktion in der Deutschen Nationalversammlung, Juni 1919 |
(In: Friedrich-Naumann-Stiftung: Friedrich Naumann 1860-1919. Sankt Augustin 1985)
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| Die DDP-Frauen G.Bäumer, E.Brönner-Höpfner, M.Braun, K.Kloß, E.Ekke (vl.n.r.) |
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| Friedrich Naumann in Weimar 1919 |
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Reichstag und Nationalversammlung
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| Wahlrede 1907 |
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| handschriftliche Notizen vom Reichstag |
(In: Leven, Willy: Führer des Volkes. Friedrich Naumann. Berlin)
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| Wahlkampf in Heilbronn 1907 |
(In: Heuss, Theodor: Friedrich Naumann - Der Mann, das Werk, die Zeit. Stuttgart 1949)
„Im Februar [1919] trat die Nationalversammlung in Weimar zusammen.“...“Am 13. Februar hielt er seine erste Rede in der Nationalversammlung. Sie galt der Bildung der neuen Regierung aus den Mehrheitsparteien und berührte dabei die ganze politische Lage des deutschen Volkes.“
(In: Wenck, Martin: Friedrich Naumann. Ein Lebensbild. Berlin 1920)
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