Neujahrsempfang der Theodor-Heuss-Akademie
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| Gäste auf dem Neujahrsempfang der Theodor-Heuss-Akademie |
Unter dem Motto „Freiheit verwirklichen – die Bürgergesellschaft stärken“ fand am Freitag, den 26. Januar 2007 der traditionelle Neujahrsempfang der Theodor-Heuss-Akademie statt. Zahlreiche Gäste waren trotz überraschender winterlicher Verhältnisse nach Gummersbach gekommen. Viel Prominenz wurde vom stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Axel Hoffmann begrüßt, darunter der Staatssekretär Karl Peter Brendel, der Gummersbacher Bürgermeister Frank Helmenstein und die Vorsitzende der Liberalen Frauen in Nordrhein-Westfalen Susanne Schaperdot.
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| Alexander Graf Lambsdorff MdEP |
Alexander Graf Lambsdorff, Mitglied der liberalen Fraktion im Europäischen Parlament, hielt das Referat des Abends mit dem Titel: „Von Loriot bis Borat, von Goethe bis Esterházy. Kultur – Reichtum Europas“. Er begann mit Jean Monnet, einem der Gründer der Europäischen Union, der die Europäische Einigung eng mit dem Kultur-Gedanken verbunden habe. Anhand eines Gedichtes von Kurt Tucholsky aus dem Jahre 1932 zeigte Lambsdorff auf, dass es darauf ankomme, engstirnigen Nationalismus zu überwinden, damit Europa zu friedlicher Zusammenarbeit und gedeihlichem Fortschritt finden könne. Dabei sei allerdings darauf zu achten, dass Europa „bunt gestrichen“ werde.
Dies bedeute, der Reichtum Europas liege in seiner kulturellen Vielfalt: „500 Millionen Menschen, dutzende Sprachen, unterschiedliche Traditionen. So vielfältig wie die Europäer ist auch ihre Kultur.“ Die Achtung der Menschenrechte und der tolerante Umgang miteinander bildeten das Fundament, auf dem kulturelle Vielfalt wachsen und blühen könne. Und vor allem: „Freiheit und Kultur sind untrennbar miteinander verbunden. Gemeinsam machen sie das aus, was wir wirklich als den Charakter unseres Gemeinwesens erkennen.“
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| Von rechts: Frank Helmenstein, Alexander Graf Lambsdorff, Axel Hoffmann, Dr. Karl-Heinz Hense |
Die Kultur gehöre deshalb den Bürgern und nicht dem Staat; der habe allerdings dafür zu sorgen, dass der Kultur in Europa Hindernisse aus dem Weg geräumt würden. Was Kultur ist, das müssten die Menschen selbst entscheiden, nicht der Staat und auch nicht die Europäische Union. Über Europa hinaus müsse sich die Staatengemeinschaft aber auch um den Dialog der Kulturen bemühen, damit ein „gemeinsames Haus der Toleranz und der Freiheit“ gebaut werden könne.
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| "Duo Acuarela": Katrin Heller und Evgeny Zhidkov |
Im Anschluss an das Referat von Graf Lambsdorff führten die Musiker Katrin Heller (Querflöte) aus Deutschland und Evgeny Zhidkov (Gitarre) aus Russland in der Praxis vor, was Ausdruck grenzüberschreitender Kultur sein kann: Sie präsentierten lateinamerikanische Rhythmen und begeisterten damit ihr Publikum, das sie mit frenetischem Beifall verabschiedete.
Die Hauswirtschaft der Theodor-Heuss-Akademie verwöhnte ihre Gäste zum Abschluss der Veranstaltung wieder mit Getränken und originellen Leckereien, so dass der Abend bei zwanglosen Gesprächen einen angemessenen Abschluss fand.