„Der neue Liberalismus jedenfalls, der heute vertretbar ist, und den ich mit meinen Freunden vertrete, fordert einen starken Staat, einen Staat oberhalb der Wirtschaft, oberhalb der Interessenten, da, wo er hingehört. Und mit diesem Bekenntnis zum starken Staat im Interesse liberaler Wirtschaftspolitik und zu liberaler Wirtschaftspolitik im Interesse eines starken Staates – denn das bedingt sich gegenseitig, mit diesem Bekenntnis lassen Sie mich schließen.“
Alexander Rüstow, 1932
Alexander Rüstow gehört zusammen mit Walter Eucken und Franz Böhm zu den Mitbegründern des Ordoliberalismus und es war Rüstow, der auf der internationalen Konferenz "Colloque Walter Lippmann" den Begriff Neoliberalismus prägte. Die meisten Wirtschaftsordnungen der westlichen Industrienationen, insbesondere die soziale Marktwirtschaft der Bundesrepublik Deutschland, basieren heute auf den grundlegenden Prinzipien des Neoliberalismus.
Das hat Linke wie Rechte nicht daran gehindert, den Begriff des Neoliberalismus derart inflationär als Synonym für „Ausbeutung der Schwachen durch die Starken“ zu gebrauchen, dass hierzulande wohl die meisten Menschen glauben, unter Neoliberalismus habe man so etwas wie eine kurz bevorstehende Invasion apokalyptischer Reiter zu verstehen, die breit grinsend Hartz-IV-Empfängern auch noch ihr letztes Geld rauben wollen, um es auf anonymen Nummernkonten in Liechtenstein zu bunkern.
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| Dr. Wolfgang Gerhardt |
Downloads:
Gastkommentar in der WELT von Dr. Wolfgang Gerhardt : Becks geistige Luftnummer – Nachhilfe in Sachen Neoliberalismus
Gastbeitrag in der FAZ von Kurt Beck : Das soziale Deutschland
Kommentar „Was Neoliberalismus wirklich ist“ von Gerald Braunberger in der FAZ
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Veranstaltungstipp: Das Gespenst des Neoliberalismus - Entstehung und aktuelle Bedeutung
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