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Kultur- und Kreativwirtschaft: Europas Zukunft?

Soweit die Präsentationen oder Manuskripte der Referenten vorliegen, sind diese im Artikel zum Download (Format PDF) verlinkt.

Bereits zum vierten Mal haben sich in Berlin hochrangige Vertreter der europäischen Kulturwirtschaft versammelt. Die diesjährige zweitägige Jahrestagung Kulturwirtschaft 2007 im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft widmete sich der Kulturwirtschaft in Europa aus mehreren Blickwinkeln: Ausgangspunkt war die von der Kommission in Auftrag gegebene Studie zur Kulturwirtschaft in Europa („The Economy of Culture in Europe“). Der Fokus richtete sich dann auf die Kulturwirtschaft Europas im globalen Wettbewerb sowie die Kulturwirtschaft in Asien und Afrika. Europas führende Kreative stellten ihre Sicht der Lage der Kulturwirtschaft vor, führende Politiker aus neun Mitgliedsstaaten und Bundesländern ihre politischen Strategien zur Kulturwirtschaft. In sieben Workshops wurden branchen- und themenspezifisch Vorschläge für eine Neue Europäische Politik zur Kulturwirtschaft erarbeitet.

Rolf Berndt
Die Teilnehmer der vom Büro für Kulturpolitik und Kulturwirtschaft sowie der Stiftung für die Freiheit veranstalteten Konferenz wurden vom Geschäftsführenden Vorstandsmitglied Rolf Berndt im Atrium der Dresdner Bank nahe des Brandenburger Tors in Berlin begrüßt. Kultur und Wirtschaft, so Berndt, seien nur auf den ersten Blick ein seltsames Paar. Kulturwirtschaft schaffe Arbeit und Wertschöpfung, sorge für Innovation. Die zentrale Stärke der Kulturwirtschaft liege in ihrer Vielfalt, genau dies mache sie jedoch zugleich so schwer erfassbar.

Hans-Joachim Otto MdB
Der Vorsitzende des Kulturausschusses des Bundestages, Hans-Joachim Otto, knüpfte daran an und attestierte der Branche, die lange als Stiefkind der Politik galt, inzwischen nicht mehr nur noch von Kulturpolitikern wahrgenommen zu werden, sondern auch von Wirtschaftspolitikern. Für die, so Otto, „ausgesprochene Zukunftsbranche“ gäbe es inzwischen immer mehr Förderprogramme – wie diese jedoch genau aussehen sollten, das sei oft immer noch unklar. Hier könne die Konferenz helfen. Otto forderte einen nationalen Kulturwirtschaftsbericht, wie er bereits von der EU und von 10 von 16 Bundesländern vorgelegt werde.

Odile Quintin
Die Generaldirektorin der Generaldirektion Bildung und Kultur bei der EU-Kommission, Odile Quintin, pflichtete Otto bei: Zu oft habe man in der Vergangenheit Kultur und Wirtschaft als Antagonisten verstanden, Kulturpolitiker als diejenigen beschrieben, die schlicht viel Geld hätten ausgeben dürfen. Gerade der Kulturwirtschaftsbericht der EU habe aber gezeigt, dass in der Kultur des Kontinents ein regelrechtes Kapital für Europa stecke und das gelte erst Recht im Kontext der Globalisierung. Als Beispiel nannte Quintin die touristische Wertsteigerung von Städten durch die Kultur. Die documenta in Kassel etwa spüle fast 60 Millionen Euro in die Stadt. Auf diesen Erkenntnissen beruhe auch der Kulturfahrplan für die EU.

Wilfried Grolig
Auch der Leiter der Kultur- und Bildungsabteilung des Auswärtigen Amtes, Wilfried Grolig, griff das Problem der oft schwierigen Messbarkeit des wirtschaftlichen Wertes kultureller Leistungen auf. Er zitierte Albert Einstein mit den Worten: „Nicht alles was gezählt werden kann, zählt; nicht alles was zählt, kann gezählt werden.“ Gerade der interkulturelle Dialog brauche die Kultur, das sollte auch in der Debatte um die Positionierung der Kulturwirtschaft eine Rolle spielen.

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